Biss mit Folgen: Schutz vor Borreliose und FSME

Sobald die ersten warmen Frühlingstage locken, zieht es die Menschen in die Natur. Doch in Wald, Wiesen oder sogar im eigenen Garten lauern sie schon und warten auf ihre Blutmahlzeit: Zecken. Ein Biss dieses Parasiten kann schwerwiegende Folgen haben. Zecken übertragen gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose. Die AOK Neckar-Fils weist darauf hin, dass der Kreis Esslingen vom Robert-Koch-Institut, der zentralen Forschungseinrichtung zu Infektionskrankheiten in Deutschland, als FSME-Risikogebiet eingestuft wird. Von März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten.

Datum: 28.03.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Esslingen

Laut einer Auswertung der AOK Neckar-Fils unter ihren Versicherten stieg im Jahr 2016 die Zahl der Borreliose-Fälle um 24 Prozent. Im Landkreis Esslingen waren 540 Versicherte betroffen, die meisten davon waren Frauen. Im Jahr 2015 ließen sich 435 Versicherte behandeln. „Anzeichen für eine Borreliose kann eine ringförmige Hautrötung um den Zeckenbiss und an anderen Körperstellen sein, die so genannte Wanderröte. Doch nur bei etwa jedem zweiten Erkrankten tritt die Wanderröte auf. Deshalb ist es wichtig, auch dann den Arzt aufzusuchen, wenn innerhalb von etwa sechs Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit auftreten“, sagt Dr. Simon Dally, Biologe, von der AOK. Gegen Borreliose-Bakterien gibt es keine Impfung. Die Behandlung dieser von Bakterien übertragenen Krankheit ist aber durch Antibiotika möglich und heile meist komplett aus.

 

Zu den Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können, gehört auch die FSME. „Kommt es zu einer Infektion mit dem FSME-Virus, kann es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber oder Kopfschmerzen kommen“, sagt Dally. Bei der Mehrzahl der Betroffenen heile die FSME ohne Folgen aus. Ist aber das zentrale Nervensystem oder das Rückenmark betroffen, könne es zu bleibenden Schäden kommen.“ Vier Fälle von FSME gab es 2017 im Kreis Esslingen (2016: zwei FSME-Fälle), so die Angabe des Robert-Koch-Instituts

 

Schutz vor einer Infektion bietet die FSME-Impfung. Die AOK Neckar-Fils empfiehlt diese Schutzimpfung besonders für die Menschen, die sich häufig in der Natur aufhalten. Die Kosten für die FSME-Impfung übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen.

 

Zum Schutz vor Stichen und möglichen Infektionen sollten bei Aktivitäten und Aufenthalten in der Natur geschlossene Schuhe, lange Hosen und Oberbekleidung mit langen Ärmeln getragen werden. „Zeckensprays bringen nur für wenige Stunden einen gewissen Schutz“, so der AOK-Arzt. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper sorgfältig nach Zecken absuchen. Zecken bevorzugen Stichstellen wie zum Beispiel Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen. „Hat eine Zecke gestochen, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette oder Zeckenkarte entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. Dabei sollte die Zecke möglichst nicht gedreht werden. Auf keinen Fall sollte man sie vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufeln, weil dies dazu führen könnte, dass die Zecke mögliche Krankheitserreger abgibt.“

 

 

 

 

 

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