Blinddarm - ohne geht’s auch: Diagnose bei Kindern oft erschwert

„461 Mal wurde AOK-Versicherten in der Region Mittlerer Oberrhein der Blinddarm entfernt“, zitiert Harald Röcker, Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein die Statistik 2018. Die Krankheitshäufigkeit steigt bis zur Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen leicht an, geht dann aber stetig zurück.

Datum: 02.07.2019 / Kategorie: Gesundheitstipps

Karlsruhe

Was im Volksmund Blinddarmentzündung heißt, ist tatsächlich eine Entzündung des Wurmfortsatzes, von Medizinern auch Appendix vermiformis genannt. Kommt es zu einem Verschluss der engen Mündung des Wurmfortsatzes, kann sich dieses kleine Stück Darm entzünden. Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer solchen Entzündung – einer Appendizitis – zu erkranken, liegt bei etwa sieben Prozent.

 

Eine ballaststoffreiche Kost kann die Gefahr einer Blinddarmentzündung möglicherweise vermindern. Gezielt vorbeugen lässt sich einer Appendizitis jedoch nicht. „Man kann sich den Wurmfortsatz als eine Art Sackgasse vorstellen“, beschreibt Röcker den Darmanhang. „Deshalb sammeln sich dort leicht Speisereste, Kotsteine oder Kerne an, die eine Entzündung verursachen können.“ Häufige Ursachen für eine Entzündung können auch das Abknicken des Wurmfortsatzes oder ein Infekt sein.

 

„Die Funktion des wenige Zentimeter langen Wurmfortsatzes ist noch nicht vollständig geklärt, es wird unter anderem diskutiert, ob er Teil des körpereigenen Abwehrsystems ist“, erklärt der Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein. „Bei einem entzündeten Blinddarm besteht die Gefahr, dass er aufplatzen kann. Das kann eine schwere und lebensgefährliche Bauchfellentzündung verursachen“, warnt er und rät im Verdachtsfall umgehend einen Arzt aufzusuchen.

 

Mögliche Anzeichen für eine Blinddarmentzündung sind abgesehen von Bauchschmerzen auch Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Der Schmerz tritt meist zunächst rund um den Bauchnabel auf, verlagert sich mit der Zeit in den rechten Unterbauch. Ein weiterer Hinweis ist ein deutlicher Unterschied der Körpertemperatur, wenn man sie einmal in der Achselhöhle und einmal rektal misst. Diese Beschwerden können auftreten, müssen es jedoch nicht. Schmerzen im rechten Unterbauch können auch durch andere Krankheiten ausgelöst werden. Bei Frauen kommen zudem gynäkologische Ursachen in Betracht. Bei Kindern ist die Diagnose zusätzlich erschwert, weil sie ihre Beschwerden häufig noch nicht so genau beschreiben können und Schmerzen oft ganz allgemein als Bauchschmerzen benennen. „Die Diagnose der akuten Appendizitis beruht im Wesentlichen auf der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung. Sonographie und Laborbefunde können die Diagnostik ergänzen“, erläutert Harald Röcker.

 

Im Zweifelsfall wird der Appendix operativ entfernt. Dank minimal-invasiver Chirurgie erinnern heute in der Regel nur noch kleine Narben an die Operation.

 

((Foto)) AOK-Mediendienst

 

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