Böblingen/Sindelfingen: Allergien so verbreitet wie nie

Gereizte Augen, eine laufende Nase, Asthma, Hautausschlag oder Magen- und Darmbeschwerden: Das sind die häufigsten Reaktionen auf die etwa 20.000 verschiedenen allergieauslösenden Stoffe. Auch im Landkreis Böblingen gibt es immer mehr Betroffene. Darauf weist eine Auswertung der AOK Stuttgart-Böblingen hin.

Datum: 17.03.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Böblingen/Sindelfingen

Während sich die meisten Menschen auf den Frühling freuen, unbeschwert die Katze kraulen und von Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen höchstens nur gelesen haben, beginnt für viele Menschen  im Frühling wieder eine lästige Leidenszeit. Und die Zahl der Allergiker steigt, wie eine Auswertung der AOK Stuttgart-Böblingen zeigt.

 

Allergien kann man inzwischen als Volkskrankheit bezeichnen. Denn jeder vierte Erwachsene sowie 15 Prozent der Kinder im Schulalter leiden bundesweit an einer Pollenallergie (Heuschnupfen). „Wir haben uns für den Landkreis Böblingen einmal zwei Diagnosen genauer angeschaut“, erklärt Christian Kratzke, Geschäftsführer der AOK Stuttgart-Böblingen. „Das sind der allergische Schnupfen  und das allergisches Asthma.“

Im Vergleich der 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise weist der Kreis Böblingen die fünfthöchsten Behandlungszahlen beim Heuschnupfen auf und verzeichnet erhebliche Steigerungsraten: Ließen sich 2011 über 7.800 AOK-Versicherte im Landkreis deswegen bei einem Arzt behandeln, waren es 2015 bereits 8.285. Auch die Anzahl der Menschen, die an allergischem Asthma leiden, stieg deutlich an: 3.644 AOK-Versicherte waren vor Ort im Jahr 2015 deswegen in ärztlicher Behandlung. Im Vergleichsjahr 2011 waren es noch 3.274. Damit hat die Zahl der Allergiker im Vergleichszeitraum um über 11% zugenommen. Die AOK geht insgesamt sogar von einer deutlich höheren Betroffenenrate aus. „Wir können nur die Erkrankten erfassen, die auch tatsächlich in ärztlicher Behandlung waren“, erklärt Kratzke.

 

In größeren Städten nehmen Allergien generell zu. Ursache sind vor allem die hohen Feinstaubbelastungen in Städten. Das Kohlendioxid in der Luft kann zu einer höheren Konzentration der so genannten Allergene in den Pollen beitragen.  Insgesamt sind bei allergisch bedingten Erkrankungen deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Auffällig ist laut AOK Stuttgart-Böblingen außerdem, dass im Jugendalter ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen ist. Die einschlägigen Krankheitsbilder konzentrieren sich vor allem bei den zehn- bis 24-Jährigen. Ab einem Alter von etwa 25 Jahren sinkt die Erkrankungsrate insgesamt wieder. „Leider bleiben bei Kindern und Jugendlichen Allergien oft zu lange unerkannt“, weiß der AOK-Chef. Insgesamt sind rund 20.000 Allergieauslöser bekannt. „Wichtig zur Vorbeugung ist es, die Allergene zu meiden. Gut belegt ist auch die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. Eine Erfolgsgarantie gibt es aber leider nicht“, erklärt Kratzke. Mit einer frühen Diagnose und einer entsprechenden Behandlung jedoch lassen sich viele Allergien besser kontrollieren.

 

Info: Allergien

 

Eine Allergie entsteht, wenn unser Körper an sich harmlose Stoffe abwehrt und eine Überreaktion des Immunsystems zur Folge hat: Der Organismus produziert übermäßig viele Antikörper und Botenstoffe wie Histamin. Dies führt dann zu den typischen Symptomen einer allergischen Reaktion, wie Hautjucken und -ausschlag, Verengung der Atemwege, gereizte Augen und eine laufende Nase. Dabei kann unser Immunsystem auf alles Mögliche reagieren. Der allergische Schnupfen bzw. die allergische Rhinitis kann über einen bestimmten Zeitraum, also z. B. saisonal zur Pollenflugzeit, oder auch ständig auftreten. In der durchgehenden, ganzjährigen Form wird der allergische Schnupfen meist durch Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilzsporen ausgelöst. Auch Parfüm, kalte Luft, Abgase oder Chemikalien kommen als Auslöser infrage.

 

 

 

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