Böblingen/Sindelfingen: Fehltage nehmen abermals zu

AOK Stuttgart-Böblingen wertet Arbeitsunfähigkeitszeiten aus. Erkältungswelle traf Beschäftigte im Landkreis Böblingen 2015 stark.

Datum: 23.03.2016 / Kategorie: Krankenstand

Böblingen/Sindelfingen

Der Krankenstand in den Betrieben im Landkreis Böblingen lag 2015 bei 4,9 Prozent. Er ist damit erneut leicht angestiegen (2014: 4,7 Prozent; 2013: 4,6 Prozent). Das zeigt eine Statistik der AOK Stuttgart-Böblingen, die dazu die Fehlzeiten ihrer Versicherten in den Betrieben im Landkreis Böblingen auswertete. Trotz dieser Zunahme weist der Landkreis Böblingen durchgehend geringere Krankenstände auf als die anderen Stadt- und Landkreise der Region Stuttgart (Esslingen 5,1 Prozent; Göppingen 5,5 Prozent; Ludwigsburg 5,5 Prozent; Rems-Murr-Kreis 5,1 Prozent; Stuttgart 5,0 Prozent).

 

Landesweit liegt der Wert bei 5,1 Prozent. Der Krankenstand gibt an, wie hoch der Anteil der kranken Beschäftigten in der gesamten Belegschaft ist.

 

Für den Anstieg der Fehlzeiten im vergangenen Jahr sind insbesondere Atemwegserkrankungen verantwortlich, die um rund 11 Prozent zugenommen haben. Fast jeder Dritte war aufgrund dieser Diagnose mindestens ein Mal im vergangenen Jahr krankgeschrieben (27,1 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle). „Besonders die akuten Infektionen der oberen Atemwege, also die klassische Erkältung, haben die Zahlen nach oben getrieben“, sagt AOK-Geschäftsführer Christian Kratzke. 2015 ist die Erkältungswelle vor allem in den ersten drei Monaten des Jahres aufgetreten. Speziell im Februar gab es besonders viele Krankschreibungen – der Krankenstand lag in diesem Monat deutlich über dem Vorjahreswert (siehe Abbildung 1).

 

Die anderen häufigen Gründe für den Arbeitsausfall waren Muskel- und Skeletterkrankungen, wie zum Beispiel Rückenbeschwerden, die 14,9 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle ausmachten, gefolgt von Magen-Darm-Erkrankungen (8,2 Prozent) und Verletzungen (6,5 Prozent). Psychische Erkrankungen machten bei den Beschäftigten in den Betrieben der Region nur 4,9 Prozent aller Fälle von Arbeitsunfähigkeit aus – waren aber für mehr als ein Zehntel aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. „Übersetzt heißt das: Wer von einer solchen Erkrankung betroffen ist, fällt meist lange aus. Umso wichtiger ist es, die Menschen und auch die Firmen für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren“, so Kratzke, dessen Krankenkasse für diese lange tabuisierten Krankheiten ein eigenes Präventionsprogramm entwickelt hat (weitere Informationen dazu unter lebe-balance.de).

 

Zwischen den Geschlechtern zeigten sich kaum Unterschiede im Fehlzeitengeschehen. Bei den Männern betrug der Krankenstand 4,99 Prozent, bei den Frauen 5,06 Prozent.

 

Im Jahr 2015 waren insgesamt 57 Prozent aller betrachteten Arbeitnehmer mindestens einmal krankgeschrieben. Im Jahr 2014 lag dieser Wert bei 55,4 Prozent. In knapp vier Prozent der AU-Fälle fehlten die Betroffenen mehr als sechs Wochen. Diese Langzeitfälle verursachten gleichzeitig fast 37 Prozent aller Fehltage.

 

Krankheitsbedingte Fehlzeiten sind für Betriebe und Verwaltungen, für die Versichertengemeinschaft und die Volkswirtschaft insgesamt mit erheblichen Kosten verbunden. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrugen die volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunfähigkeit zuletzt rund 90 Mrd. Euro jährlich. Neben diesen finanziellen Aufwendungen haben Fehlzeiten vor allem auch für die Mitarbeiter selbst soziale und persönliche Belastungen zur Folge.

 

Mit ihren vielen Versicherten und Firmenkunden trägt die AOK Stuttgart-Böblingen einen großen Anteil der Verantwortung für die Gesundheit der Arbeitnehmer in den Betrieben der Region. „Es geht darum, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren für die Menschen zu reduzieren und die Gesundheit auch direkt am Arbeitsplatz zu fördern“, sagt Christian Kratzke. Ein besonderes Augenmerk richtet die AOK Stuttgart-Böblingen auf die Prävention. Kratzke: „Dafür bieten wir für unsere Versicherten vor Ort viele unterschiedliche Kurse und individuelle Beratungen an, gehen aber auch in die Betriebe selbst und entwickeln mit ihnen gemeinsam Konzepte für mehr Gesundheit.“

 

Anmerkung für die Redaktionen

 

Datenbasis der Auswertungen sind sämtliche Arbeitsunfähigkeitsfälle, die der AOK im Jahr 2015 gemeldet wurden. Im Zusammenhang mit Schwangerschaften, Kinderkrankengeldfällen sowie Kuren auftretende Fehlzeiten wurden nicht berücksichtigt. Die Auswertung nimmt Bezug auf das Kalenderjahr. Die Arbeitsunfähigkeitszeiten werden so erfasst, wie sie auf den Krankmeldungen angegeben sind. Kurzzeiterkrankungen bis zu drei Tagen Dauer werden nur erfasst, soweit eine ärztliche Krankschreibung vorliegt.

 

Weitere Daten stehen auf Anfrage zur Verfügung.

 

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