Böblingen/Sindelfingen: Migräne-Attacken auf dem Vormarsch

Zahl der Migräne-Patienten im Landkreis nach AOK-Angaben deutlich gestiegen. Starke Kopfschmerzen plagen vor allem Frauen.

Datum: 15.08.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Böblingen/Sindelfingen

Migräne ist mehr als nur ein Kopfschmerz. Blitze im Kopf, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen gehören zu den Begleiterscheinungen der Erkrankung, an der immer mehr Menschen leiden. Das zeigen aktuelle Zahlen der AOK Stuttgart-Böblingen. Im Landkreis Böblingen waren im Jahr 2015 insgesamt 4.105 Versicherte der AOK wegen Migräne in ambulanter oder stationärer Behandlung, 2011 waren es noch 3.370 Menschen. Landesweit zählte die AOK im Jahr 2015 knapp 120.000 Patienten.

 

Seit 2011 stieg die Zahl der Betroffenen kontinuierlich an. Die mittlere jährliche Steigerungsrate der Jahre 2011 bis 2015 beträgt bei den AOK-versicherten Frauen im Landkreis Böblingen 4,1 Prozent, bei den Männern sogar 5,0 Prozent.  Dabei gibt es bei diesem Krankheitsbild vermutlich noch eine beträchtliche Dunkelziffer. Denn viele Erkrankte gehen erst gar nicht zum Arzt. Hinzu kommt, dass Migräne zuweilen auch nicht als solche erkannt wird.

 

Von den Kopfschmerzattacken am häufigsten betroffen ist die Altersgruppen der 20- bis 24-Jährigen und bei Frauen zudem die Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen. Die Zahlen der AOK zeigen weiterhin, dass Frauen viermal so häufig unter Migräne leiden wie Männer.

 

„Die genauen Ursachen von Migräne sind immer noch nicht bekannt“, sagt Dr. Sabine Knapstein, Fachärztin für Psychotherapie  bei der AOK Baden-Württemberg. Zu den Auslösern zählen unter anderem hormonelle Schwankungen, Stress und Schlafmangel, Reizüberflutung und Blutzuckerschwankungen. Auch wenn zu wenig getrunken wurde, können Migräneattacken einsetzen.

 

Neben Ruhe und Schlaf hilft manchen Menschen auch Koffein, also eine Tasse Kaffee oder ein Espresso, weiß Knapstein. Dazu solle man viel Wasser trinken, am besten ohne Kohlensäure. Auch Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin in richtiger Dosierung können bei leichten Attacken helfen. „Patienten sollten sich aber immer individuell von ihrem Arzt beraten lassen. So kann die beste Form der Therapie gefunden werden“, ergänzt die AOK-Expertin.

 

 

 

Foto: Anne Faden

 

Bildunterschrift: „Stress und Schlafmangel sind typische Auslöser von Migräneattacken“

 

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