„Den betroffenen Mitarbeiter ansprechen“

Die AOK Ostwürttemberg nimmt den Weltdrogentag am 26. Juni zum Anlass, um auf die Sucht am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Führungskräfte sollten frühzeitig intervenieren. Die Gesundheitskasse gibt dazu entsprechende Tipps.

Datum: 22.06.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Aalen, Schwäbisch Gmünd, Heidenheim

„Sprechen Sie als Führungskraft den Mitarbeiter an, wenn Sie einen Verdacht für eine Sucht bei ihm haben“, erklärt Maria Hartmann, Koordinatorin des Betriebliches Gesundheitsmanagements bei der AOK Ostwürttemberg.

 

Was so einfach klingt, bereitet vielen Führungskräften und  Personalverantwortlichen Unbehagen. Wenn sie falsch liegen und der Mitarbeiter kein Suchtproblem hat, würde das das Vertrauensverhältnis langfristig stören.

 

Doch Sucht am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit. Laut des Fehlzeitenreports des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) sind zwischen fünf bis zehn Prozent einer Belegschaft suchtabhängig. Häufig sind Alkohol und Medikamente die Drogen, die zu einer Sucht führen. „Suchtprobleme werden oftmals zu lange nicht wahrgenommen, verdrängt oder totgeschwiegen“, erklärt AOK-Expertin Hartmann. Neben den Süchten, die durch den Konsum von Mitteln entstehen, entwickeln sich auch neue Suchverhalten. So steigt die Zahl derer, die sich nicht mehr von ihrem Smartphone trennen können. Ähnlich wie beim Glückspiel kann es dabei zu einem Suchtverhalten kommen. Auch die Zahl der Arbeitssüchtigen habe sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Die meisten Suchtkranken haben weitere Erkrankungen, etwa leiden sie an einer Depression oder einer sozialen Phobie.

 

Bei einem Verdachtsfall sollte bei der Ansprache anfangs nicht die Sucht im Vordergrund stehen, sondern die Sorge um den Mitarbeiter. „Sie wollen dem Menschen doch in erster Linie helfen“, sagt Maria Hartmann. „Gehen Sie behutsam mit Ich-Botschaften in das Gespräch. Der Mitarbeiter soll erfahren, dass sie positive Absichten haben.“

 

Die AOK-Expertin rät, einen Blick auf die Arbeitsleistung und -haltung des Mitarbeiters zu werfen und ein Jahres-Vergleich vorzunehmen. „Werden Termine versäumt? Gibt es ein unentschuldigtes Fehlen, das nachträglich mit einem Urlaubstag abgegolten wird, gerade nach Wochenenden? Folgen nach aktiven Phase nachfolgende mit deutlichem Leistungsabfall?“, stellt sie Fragen, die vorab geklärt werden sollten.

 

„Das Risiko den falschen anzusprechen, ist natürlich gegeben“, betont Hartmann. „Doch das Risiko ist viel größer bei einem Abhängigen nichts zu machen, so dass er immer tiefer in  die Sucht gleitet. Hinzukommt, dass die Arbeitsleistung des ganzen Teams darunter leidet. Anfangs wird der Suchtkranke häufig geschützt und Kollegen übernehmen die liegen- gebliebene Arbeit, aber nach einer gewissen Zeit kippt das Ganze und die Arbeitsatmosphäre ist vergiftet“, warnt Hartmann.

 

Die AOK Ostwürttemberg unterstützt Unternehmen bei der Implementation eines betrieblichen Suchtpräventionsprogramm. Es werden klare Regeln, beispielsweise im Umgang mit Alkohol festgelegt. Die Führungskräfte müssen über die Einhaltung der Regeln wachen. Parallel zu diesem Schritt folgt im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements ein Aufklärungs-, Beratungs- und Betreuungskonzept für die Mitarbeiter.              

 

 

 

Bild: Mitarbeiter, die ihre Alkoholsucht verbergen wollen, mischen gerne Wodka in den Orangensaft. Das riecht man nicht. Die AOK Ostwürttemberg plädiert für Hinschauen und frühzeitiges Eingreifen bei einer Sucht.

 

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Quelle:  Pixabay

 

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