Depressionen: Ältere Frauen trifft es häufig

Während der dunklen Wintermonate nehmen bei manchen Menschen auch die dunklen Gedanken zu. Selbstzweifel und pessimistisches Denken oder auch lebensverneinende Gedanken lassen den Alltag zur Qual werden. Gerade jetzt, während des harten Corona-Lockdowns, verschärft sich die Situation vor allem bei älteren Menschen. Eine Depression kann die Folge sein. „Besonders gefährdet, an einer Depression im Alter zu erkranken, sind Frauen sowie Menschen ohne vertrauensvolle persönliche Beziehungen und Bewohner in Pflegeheimen,“ weiß Dr. med. Dipl.-Psych. Alexandra Isaksson, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie bei der AOK Baden-Württemberg. „Depressionen sind die häufigste psychische Störung im Alter und gehen noch stärker als in jüngeren Altersgruppen mit einem erhöhten Suizidrisiko einher.“

Datum: 22.12.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Esslingen

Laut einer aktuellen Statistik der AOK ist die Zahl der an Altersdepression erkrankten Versicherten in den vergangenen fünf Jahren um 2,3 Prozent gestiegen. In ganz Baden-Württemberg zählte die AOK bei den über 70-Jährigen rund 146.000 behandelte Fälle. Im Landkreis Esslingen mussten im vergangenen Jahr rund 8.120 (2018: 7.940) Seniorinnen und Senioren wegen einer Depression ärztlich behandelt werden. Dabei fällt auf, dass Frauen doppelt so häufig von Altersdepression betroffen sind als Männer.

 

Im Falle eines Verdachts auf eine depressive Störung rät die AOK-Fachärztin, umgehend den Hausarzt oder einen Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin oder einen Nervenarzt aufzusuchen. Denn auch im Alter sei eine Depression gut behandelbar. „Aber auch die Betroffenen selbst können etwas dafür tun, um einer depressiven Symptomatik entgegenzuwirken“, so Dr. med. Dipl.-Psych. Alexandra Isaksson weiter. „Insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie ist es wichtig, eine geregelte Tagesstruktur beizubehalten bzw. aufzubauen und in Bewegung zu bleiben.“ Das Wichtigste sei, nicht allein in der aussichtslos erscheinenden Situation zu bleiben, sondern sich trotz oft vorhandenen Scham- und Schuldgefühlen einer anderen Person anzuvertrauen.

 

Ergänzende Hilfsangebote:

 

  • Bei Fragen zur Erkrankung Depression und zu Anlaufstellen in Ihrer Nähe können Sie sich an das Info-Telefon Depression der Deutschen Depressionshilfe wenden unter der Tel.: 0800 / 33 44 533.
  • Für Ratsuchende steht weiterhin die Telefonseelsorge rund um die Uhr und kostenfrei unter Tel.: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 zur Verfügung.
  • AOK-Versicherte haben die Möglichkeit, sich über ihren Hausarzt in das AOK-Facharztprogramm einzuschreiben, das eine zeitnahe psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung sowie auch Unterstützung durch den sozialen Dienst der AOK vermittelt (www.aok.de/pk/bw/inhalt/aok-facharztprogramm/).

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Jörg Portius

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