Depressionen sind stark auf dem Vormarsch

Die Lebensfreude geht verloren, berufliche Anforderungen können kaum noch erfüllt werden, Freunde und Familie werden vernachlässigt – dies alles sind Anzeichen für eine Depression. Als Ursache für Krankschreibungen steht sie an erster Stelle. Im Main-Tauber-Kreis waren im vergangenen Jahr 7.488 AOK-Versicherte davon betroffen. Dies sind 14,5 Prozent aller Einwohner der Region.

Datum: 30.09.2016 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Main-Tauber-Kreis

Mit diesem Anteil lag der Landkreis deutlich über dem Landesschnitt, denn im gleichen Zeitraum betrug die Zahl der Depressions-Patienten in Baden-Württemberg 453.738 Menschen, was einer Quote von 11,2 Prozent aller AOK-Versicherten entspricht. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit 43 Prozent aller Versicherten die größte Krankenkasse im Land ist.

Im Main-Tauber-Kreis entwickelten sich die Behandlungszahlen von depressiven Erkrankungen von 5.588 in 2011 über 6.397 in 2013 auf 7.488 im vergangenen Jahr. Dies entspricht einer mittleren jährlichen Veränderung von 7,9 Prozent zwischen 2011 und 2015, während in Baden-Württemberg die Erkrankungen jährlich um 5,2 Prozent anstiegen.

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Psychische Belastungen und Störungen zählen seit 20 Jahren zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Ausfälle am Arbeitsplatz – und das mit deutlich steigender Tendenz. Innerhalb der vergangenen 12 Monate waren 13 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer im Alter zwischen 18 und 64 Jahren von Depressionen betroffen.“ Frauen erkranken nach Angaben des Robert-Koch-Instituts etwa 1,8-mal so häufig wie Männer.

„Depressionen sind nicht immer leicht zu erkennen und die Dunkelziffer ist vermutlich relativ hoch“, ergänzt Dr. Sabine Knapstein. Viele Patienten berichten über Symptome wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen oder auch Gedächtnisstörungen. Oft würden die Antworten auf zwei Fragen den Arzt auf die richtige Spur führen: Hat sich der Betroffene in den vergangenen Monaten häufig niedergeschlagen, traurig oder hoffnungslos gefühlt? Hatte er in dieser Zeit weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht?

Dr. Knapstein: „Wenn die Diagnose feststeht, sollten Arzt und Patient die Ziele der Behandlung gemeinsam festlegen. Um gesund zu werden, ist es wichtig, dass der Patient mitarbeitet“. Studien weisen darauf hin, dass körperliche Bewegung Depressionen vorbeugen kann. Regelmäßiger Sport spiele dabei eine wesentliche Rolle.

Die AOK Baden-Württemberg hat gemeinsam mit der Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg und psychotherapeutischen Verbänden für die Bereiche Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie einen Facharztvertrag abgeschlossen. Er ermöglicht den teilnehmenden Patienten eine schnelle, strukturierte und flexibel auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnittene Behandlung.

  • Weiterführende Informationen zum Thema „Depression“ gibt es im Internet unter www.gesundheitsinformationen.de

Kontakt zur Pressestelle

Dr. René Schilling

Pressesprecher

E-Mail: dr.rene.schilling@bw.aok.de
Telefon: 07131 639-350
Telefax: 07131 639-415
Mobil: 0152 21550995

Allee 72
74072 Heilbronn