Deutliches Ost-West-Gefälle bei Inanspruchnahme von Kinderpflegekrankengeld.

Landeshauptstadt Stuttgart liegt unter bundesweiten Durchschnitt. Immer mehr berufstätige Eltern in Deutschland nutzen die Möglichkeit, während der Pflege ihres kranken Kindes finanzielle Unterstützung von der Krankenkasse zu erhalten. Aber nur 1,7 Prozent der AOK-Mitglieder in Stuttgart nahmen diese Leistung 2016 in Anspruch, weit unter dem Bundesdurchschnitt von 2,8 Prozent.

Datum: 24.04.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

Die Zahlen, die das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) vor kurzem veröffentlichte, zeigen deutliche regionale Unterschiede. So wird in Ostdeutschland häufiger Kinderpflegekrankengeld beantragt als im Westen. "Mütter in den neuen Bundesländern kehren nach der Geburt ihrer Kinder früher in den Beruf zurück als in den alten Bundesländern und sind insgesamt häufiger Vollzeit erwerbstätig", so Christian Kratzke, Geschäftsführer der AOK Stuttgart-Böblingen. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, Kinderpflegekrankengeld in Anspruch nehmen zu müssen. Der Anteil der AOK-Mitglieder mit Kinderpflegekrankengeld ist in den vergangenen Jahren bundesweit um 47 % gestiegen.

 

Die Zahlen zeigen große regionale Unterschiede bei der Inanspruchnahme von Kinderpflegekrankengeld. Besonders in den großen Städten im Osten Deutschlands liegt der Anteil deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 2,8 %. In den größten Städten Ostdeutschlands nahmen im Schnitt 6,9 % aller Beschäftigten mindestens einmal im Jahr Kinderpflegekrankengeld in Anspruch, in den westlichen großen Städten waren es hingegen durchschnittlich 1,6 %. In der Landeshauptstadt Stuttgart nehmen im Durchschnitt 1,7 % der AOK-Mitglieder Kinderkrankengeld in Anspruch. Damit liegt Stuttgart deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

 

Kinderkrankengeldfälle zeichnen sich laut WIdO durch kurze Fehlzeiten aus. AOK-Chef Kratzke: „Eltern sind durchschnittlich 2,3 Tage je Krankheitsfall abwesend. In knapp

82 Prozent der Fälle werden drei Tage nicht überschritten. Insofern decken sich unsere regionalen Zahlen mit den bundesweiten“.

 

Nach wie vor sind es zwar vor allem Mütter, die ihr krankes Kind pflegen. Jedoch steigt der Anteil der Männer, die Pflegekrankengeld beanspruchen, seit 2012 kontinuierlich an: Von 25 % auf fast 29 % im Jahr 2016.

 

Hinweis für die Redaktion:

 

Faktenbox zum Thema Kinderpflegekrankengeld: Kinderpflegekrankengeld-Fakten

 

Grafik Städteranking: Städteranking

 

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