Diabetes-Epidemie: Schwarzwald-Baar-Kreis über Landesschnitt – Jeder kann aktiv werden

Noch in den 60er Jahren hatten deutlich weniger als ein Prozent der Deutschen Diabetes Typ 2; heute sind es 8,6 Prozent. Das bedeutet für Millionen Betroffene eine ständige Überwachung ihrer Blutwerte und ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen, zusätzlich ist es aber auch eine Belastung für die Solidargemeinschaft: die Behandlungskosten allein für die Primärerkrankung Diabetes Typ 2 betragen bundesweit 7,4 Milliarden Euro jährlich. Dies geht aus dem AOK-Gesundheitsatlas hervor, dessen Ergebnisse für die Region die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg nun vorgestellt hat.

Datum: 04.11.2019 / Kategorie: Krankenstand

Schwarzwald-Baar-Kreis

Demnach liegt der Schwarzwald-Baar-Kreis unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg beim Diabetikeranteil auf Rang 29: 8,0 Prozent sind im Kreis wegen Diabetes Typ 2 in ärztlicher Behandlung – deutlich unter dem Bundesschnitt, aber knapp über dem Durchschnitt Baden-Württembergs (7,9 Prozent). Auf dem letzten Platz in Baden-Württemberg liegt der Neckar-Odenwald-Kreis (10,1 Prozent). Die wenigsten Diabetiker verzeichnet mit 4,8 Prozent Heidelberg.

 

Bei Diabetes Typ 2 sprechen die Körperzellen zunehmend schlechter auf das Hormon Insulin an, das den Zucker aus dem Blut ins Zellinnere schleusen soll, erklärt Lydia Fries-Spöcker, Ernährungsexpertin der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Dadurch können Blutgefäße und Nerven geschädigt werden. Die Ursachen für die Erkrankung seien komplex. Die genetische Veranlagung spiele eine Rolle. Außerdem steige das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, mit dem Alter. „Ein ganz wichtige Ursache sind auch Übergewicht und mangelnde Bewegung – und beides kann jeder selbst beeinflussen“, so die AOK-Expertin. „Die Diabetes-Epidemie können wir stoppen, indem wir uns mit einem hohen Anteil an Gemüse und ausgewähltem Obst ernähren und mit ausreichend körperlicher Bewegung den Stoffwechsel auf Trab bringen.“

 

Die Diabetes-Erkrankungsquote geht auch auf regionaler Ebene mit einem hohen Anteil an Adipositas, also starkem Übergewicht einher. Das kann die AOK in ihrem Gesundheitsatlas ebenfalls nachweisen. In Regionen mit niedrigem Anteil an stark übergewichtigen Menschen liegt die Diabetiker-Quote bei 7,2 Prozent, in Regionen mit hohem Anteil an Adipositas dagegen bei 11,5 Prozent. Gesellschaftspolitisch besonders brisant: einen ähnlichen Zusammenhang gibt es auch zwischen der sozioökonomischen Lage einer Region und dem jeweiligen Diabetikeranteil. Warum ist das so? Eine Rolle dürfte auch hier die Ernährung spielen, so Lydia Fries-Spöcker: „In sozial benachteiligten Familien essen schon die Kinder häufiger als andere ungesund und leiden unter Übergewicht. Studien zeigen, dass dies auch bei Erwachsenen ähnlich ist.“

 

In beiden Kategorien, Anteil an Adipositas und sozioökonomische Lage, schneidet der Schwarzwald-Baar-Kreis laut AOK-Studien im bundesweiten Vergleich recht günstig ab: teilt man die Kreise in fünf gleichgroße Gruppen von den begünstigten bis zu den benachteiligten Regionen ein, gehört der Schwarzwald-Baar-Kreis beim Anteil Adipositas deutschlandweit zur besten, beim sozioökonomischen Lage zur zweitbesten Gruppe.

 

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