Die Experten der AOK Ostwürttemberg informieren die Arbeitgeber über die wichtigsten Änderungen und Neuerungen für 2015

Rund 150 Teilnehmer aus den Personalbüros von Unternehmen aus Aalen und Umgebung kamen zum ausgebuchten AOK Arbeitgeberseminar in das Sparkasse Forum des VfR Aalen

Datum: 18.12.2014 / Kategorie: Unternehmen AOK Baden-Württemberg

Aalen

Neben Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg und Karl-Heinz Rimpf, Leiter des AOK CompetencCenters Firmenkunden informierte auch Susanne Wiedmann von der Deutschen Rentenversicherung über die Änderungen, die nächstes Jahr in Kraft treten.

Ab 2015 stehen für Arbeitgeber zwei wichtige personalrelevante Änderungen an: der Mindestlohn und die Rente nach 45 Beitragsjahren.

„Durch den Mindestlohn müssen sich Arbeitgeber bewusst sein, dass dies auch Auswirkungen auf die Beschäftigung von Minijobber hat“, erklärt Firmenkunde-Experte Karl-Heinz Rimpf.

So muss der Arbeitgeber zukünftig die geleisteten Stunden eines Minijobbers dokumentieren. Durch die gesetzliche Verpflichtung mindestens 8,50 Euro je Stunde zu zahlen, kann ein Minijobber maximal 52 Stunden im Monat arbeiten. „Wer mehr als diese Stundenzahl arbeitet, verliert den Minijob-Status“, erklärt Karl-Heinz Rimpf. „Das bedeutet für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, dass die Sozialversicherung fällig wird. Die Rentenversicherung hat schon angekündigt, dies zu prüfen, daher ist eine lückenlose Dokumentation der Arbeitszeiten sehr wichtig.“

„Der Staat hat natürlich auch Ausnahmen vorgesehen“, so der AOK-Experte Rimpf. „Wenn eine kurzfristige Beschäftigung vorliegt – das wären drei Monate oder maximal 70 Arbeitstage – dann greift die Sozialversicherungspflicht nicht. Natürlich ist ein aneinander reihen von kurzfristigen Beschäftigungen nicht erlaubt. Mit dieser Regelung will man den Landwirten bei der Verpflichtung von Erntehelfern entgegenkommen.“

Eine weitere Möglichkeit, den Minijob-Status beizubehalten, wäre die vertragliche Vereinbarung des Mitarbeiters auf Einmalzahlungen zu verzichten, um nicht über die Jahresbemessungsgrenze von 5400 Euro zu kommen. „Das ist bei Sonderzahlungen, etwa dem Weihnachtsgeld möglich“, sagt Rimpf und betont: „Dies muss schriftlich vor Auszahlung des Weihnachtsgeldes vorliegen.“

Zum Thema Rente informierte Susanne Wiedmann von der Deutschen Rentenversicherung. Es gebe hohen Informationsbedarf bei der Rente nach 45 Beitragsjahren und der Mütterrente, so die Rentenexpertin. „Wer ohne Abschlag mit 63 in Rente gehen möchte, muss mindestens die Wartezeit von 45 Jahren in der Rentenversicherung erfüllt haben“, erklärt Wiedmann und zeigte auf, dass der Kreis der potentiellen Nutzer größer ist, als gedacht. So werden Kindererziehungs- und Pflegezeiten mit einberechnet. Und auch an die Handwerker wurde gedacht. Wer mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung einbezahlt hat, bei dem zählen auch freiwillig entrichtete Beiträge in die Rentenkasse.

Bei der Mütterrente – oder offiziell – „Verlängerte Kindererziehungszeit für vor 1992 geborene Kinder“ weißt die Rentenexpertin darauf hin, dass bei Rentenbeziehern die Rentenpunkte nur der Person zugeschrieben wird, die im 12. Lebensmonat das Kind erzogen hat.

„Der Begriff „Mütterrente“ sei auch irreführend“, sagt Susanne Wiedmann, da auch Väter in den Genuss der höheren Rente kommen können.

Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, ist sehr zufrieden mit den ausgebuchten Arbeitgeber-Seminaren an allen Standorten. „Die Arbeitgeber wissen, dass wir vor Ort sind, über hohes Expertenwissen verfügen und bei Fragen mit regionalen Ansprechpartnern flexibel und lösungsorientiert zur Seite stehen.“

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