Die Schattenseiten des Sommers: Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf

„Endlich Sommer“ heißt es, wenn das Thermometer in die Höhe klettert. Der Sommer 2020 zeigte sich bisher eher mild und wechselhaft – von Rekordhitze keine Spur. Steigen die Temperaturen jedoch über 30 Grad, geht bei so manchem der Kreislauf in die Knie.

Datum: 09.07.2020 / Kategorie: Gesundheitstipps

Ulm

Wie die AOK Ulm-Biberach auf Grundlage einer Auswertung ihrer Versichertendiagnosen berichtet, mussten 2018 in der Stadt Ulm 96 Versicherte wegen sogenannter Sommerkrankheiten ärztlich betreut werden. Dazu zählen Erkrankungen, die durch zu viel Hitze- und Sonneneinwirkung entstehen und meist mit Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit einhergehen. Im Alb-Donau-Kreis begaben sich 91 Personen zur Behandlung in eine Praxis oder ins Krankenhaus und im Landkreis Biberach waren es 100 Personen. Für Baden-Württemberg verzeichnet die AOK für 2018 insgesamt 4.924 Hitzegeschädigte. Mit 32 Prozent machen die 20- bis 29-Jährigen die deutlich größte Gruppe aus. Männer sind häufiger in Behandlung als Frauen. Besonders ausgeprägt ist die Differenz im jungen Erwachsenenalter. So sind 25-jährige Männer etwa doppelt so häufig betroffen wie gleichaltrige Frauen.

 

„Sonnenstich-Symptome können erst recht spät auftreten und werden nicht immer sofort erkannt“, sagt Dr. Gudula Kirtschig, Hautärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Erste Anzeichen werden meist nur als harmlose Kopfschmerzen oder leichter Schwindel angesehen, da die Beschwerden auch erst auftreten können, wenn der Betroffene schon längst keiner direkten Sonneneinstrahlung mehr ausgesetzt ist.“ Erste Hinweise für einen Hitzenotfall können Kreislaufprobleme, ein plötzlicher Kreislaufkollaps, aber auch Muskelkrämpfe besonders in den Beinen sein. „Hier helfen gekühlte, elektrolythaltige Getränke wie Apfelsaftschorle“, so Dr. Kirtschig. Zusätzliche Kühlung bringen kalte Umschläge. Wenn sich der Zustand eines Hitzeopfers durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht bessert, sollte der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden.

 

Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, sollte man direkte Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengung vermeiden und ausreichend trinken. „Bei Gesunden kann dies auch mehr als ein zusätzlicher Liter sein“, so Dr. Kirtschig. „Patienten mit Herzschwäche und bestimmten Nierenerkrankungen sollten mit ihrem Arzt die tägliche Trinkmenge besprechen.“ Bei aller nötigen Vorsicht sollte jeder für sich selbst das richtige Maß finden, um Sommer und Sonnenschein entspannt zu genießen – ohne den notwendigen Schutz vor zu viel UV-Strahlung und zu großer Hitze zu vergessen.

 

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