Endometriose – Schmerzhaft und häufig unentdeckt

Heilbronn/Hohenlohe. Von Endometriose haben die meisten Menschen noch nie etwas gehört. Dabei tritt die Unterleibserkrankungen bei Frauen zwischen 15 und 45 Jahren häufig auf. In Baden-Württemberg kletterte der Anteil der AOK-Versicherten, die wegen Endometriose in ambulanter oder stationärer Behandlung sind, von 10.751 im Jahr 2013 auf über 13.800 im Jahr 2017.

Datum: 04.03.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Heilbronn/Hohenlohe

In Stadt- und Landkreis Heilbronn nahm die Anzahl der betroffenen Frauen entgegen dem Landestrend ab: 2017 zählten dazu im Stadtkreis 104 Frauen, im Landkreis 286. Das bedeutet eine Abnahme von 4,7 beziehungsweise 1,5% in den Jahren 2013 bis 2017. Im Hohenlohekreis dagegen zeichnete sich eine deutliche Zunahme von 3,6% ab, im Jahr 2017 wurden 186 Frauen medizinisch betreut (2013: 165).

 

 

 

Allerdings dauert es laut Robert-Koch-Institut im Durchschnitt sechs Jahre, bis die Krankheit als Ursache der Beschwerden festgestellt wird. Die Dunkelziffer der betroffenen Frauen könnte also deutlich höher sein, da nur die Versicherten ermittelt werden konnten, die sich in ärztlicher Behandlung befinden. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 43 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

 

 

 

Die Ursache für Endometriose sind Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese Endometriose-Herde können vorkommen, ohne dass die Frau davon etwas spürt. „Endometriose wird oft erst bei der Diagnostik eines unerfüllten Kinderwunsches entdeckt“, erklärt AOK-Ärztin Sabine Knapstein. „Bei etwa jeder zweiten Frau mit Fruchtbarkeitsstörung wird eine Endometriose festgestellt“. Das Hauptsymptom einer Endometriose sind Unterleibsschmerzen. Sie treten oft zusammen mit der Regelblutung, während oder nach dem Geschlechtsverkehr auf. Diese Schmerzen werden meist krampfartig erlebt und können von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein.

 

 

 

„Vor allem jungen Frauen mit starken Beschwerden fällt es dann oft schwer, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln. Das Sexualleben und damit die Lebensqualität können dadurch stark beeinträchtigt werden. „Eine ausgeprägte Endometriose kann der Grund sein, wenn eine Frau nicht schwanger wird“, erklärt die Ärztin. „All dies kann eine Partnerschaft erheblich belasten“.

 

 

 

Bislang lässt sich Endometriose nicht vollständig heilen, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Krankheit zu behandeln“, macht Knapstein Mut. Oft ist eine Therapie möglich, die die Schmerzen lindert oder ganz verschwinden lässt. „Dies und das Wissen, dass es sich um eine gutartige Erkrankung handelt, bedeutet für die meisten Frauen eine große Entlastung“. Auch eine Operation sei möglich. Ziel des Eingriffs ist es, möglichst alle Endometriose-Herde zu beseitigen. So kann die Chance auf eine Schwangerschaft verbessert werden.

 

 

 

Weitere Informationen:

 

  • Die Ärztliche Zweitmeinung im Bereich Gynäkologie/ Geburtshilfe:
    Bei lebensverändernden Diagnosen kann eine ärztliche Zweitmeinung helfen, die eigene gesundheitliche Situation besser zu verstehen und sich für die am besten geeignete Therapie zu entscheiden. Die AOK hilft, schnell die zweite ärztliche Meinung eines Spezialisten zu bekommen. www.aok.de/pk/bw/inhalt/aerztliche-zweitmeinung-5/

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