Endometriose verursacht Fruchtbarkeitsstörungen

Eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei jungen Frauen – 659 AOK-Versicherte im Landkreis betroffen

Datum: 05.03.2019 / Kategorie: Gesundheitstipps

Ludwigsburg

Eine Endometriose beschert Frauen oft starke Schmerzen. Und sie gelten als eine der möglichen Ursachen für Kinderlosigkeit. Im Rems-Murr-Kreis zählte die AOK im Jahr 2017 genau 659 Versicherte, die wegen Endometriose in ambulanter oder stationärer Behandlung waren. Tendenz steigend.

 

Gäbe es eine Umfrage, wer Endometriose kennt – vermutlich wüssten nur wenige mit diesem Begriff etwas anzufangen. Und dennoch: Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Schätzungen zufolge sind in diesem Alter von 100 Frauen zwischen 5 und 15 davon betroffen. In Baden-Württemberg kletterte der Anteil der Frauen, die wegen Endometriose medizinisch versorgt wurden, von 10.751 im Jahr 2013 auf über 13.800 im Jahr 2017. Auch im Landkreis Ludwigsburg beobachtet die AOK eine deutliche Steigerung. „2013 zählten wir 603 Versicherte, 2016 waren es 601 und ein Jahr später 659 Frauen“, sagt AOK-Ärztin Sabine Knapstein. Das entspricht über die Jahre 2013 bis 2017 einer mittleren Veränderungsrate von plus 2,9 Prozent. Frauen zwischen 35 und 50 Jahren sind am häufigsten betroffen, danach sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Endometriose zu erkranken, deutlich.

 

Die Ursache für Endometriose sind Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese, von Fachleuten oft als Endometriose-Herde bezeichnet, können vorkommen, ohne dass die Frau davon etwas spürt. „Endometriose wird oft erst bei der Diagnostik eines unerfüllten Kinderwunsches entdeckt“, erklärt Sabine Knapstein. „Bei etwa jeder zweiten Frau mit Fruchtbarkeitsstörung wird eine Endometriose festgestellt“. Das Hauptsymptom einer Endometriose sind Unterleibsschmerzen. Sie treten oft zusammen mit der Regelblutung, während oder nach dem Geschlechtsverkehr auf. Die Schmerzen werden oft krampfartig erlebt und können von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein. „Vor allem jungen Frauen mit starken Beschwerden fällt es dann oft schwer, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln. Das Sexualleben und damit die Lebensqualität können dadurch stark beeinträchtigt werden. „Eine ausgeprägte Endometriose kann der Grund sein, wenn eine Frau nicht schwanger wird“, weiß die Ärztin. „All dies kann eine Partnerschaft erheblich belasten“.

 

Bislang lässt sich Endometriose nicht vollständig heilen, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu behandeln“, macht Knapstein Mut. Oft ist eine Behandlung möglich, die die Schmerzen lindert oder ganz verschwinden lässt. „Dies und das Wissen, dass es sich um eine gutartige Erkrankung handelt, bedeutet für die meisten Frauen eine große Entlastung“. Auch eine Operation ist möglich. Ziel des Eingriffs ist es, möglichst alle Endometriose-Herde zu beseitigen. Auch kann sie die Chance auf eine Schwangerschaft verbessern.

 

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