Ergonomie am Heimarbeitsplatz vermeidet Rückenschmerzen (Heilbronn)

In der Corona-Krise arbeiten viele zu Hause . Tipps der AOK für die richtige Haltung.

Datum: 20.03.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Heilbronn

Die Covid-19-Pandemie bestimmt das öffentliche Leben und den Berufsalltag. Sehr viele Unternehmen im Landkreis haben ihre Beschäftigten ins Heimbüro beordert, um Ansteckungen zu vermeiden und den Geschäftsbetrieb aufrecht halten zu können. Doch oft ist die Einrichtung des Homeoffice nicht rückengerecht. Wie man mit einfachen Mitteln schmerzhafte Folgen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit vermeidet, erläutert Petra Bayer, Fachkraft im AOK-Rückenstudio Heilbronn.

 

Nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) war im Jahr 2019 etwa jeder zehnte Beschäftigte wegen Rückenschmerzen mindestens einmal krankgeschrieben. Die volkswirtschaftlichen Kosten gehen in die Milliarden. Viele Betriebe haben ihre Büroeinrichtungen deshalb nach ergonomischen Erfordernissen gestaltet. Petra Bayer: „Dies trifft jedoch selten auf die provisorischen Heimarbeitsplätze zu. Oft stehen Laptop und Telefon einfach auf Küchen- oder Wohnzimmertisch, ohne dass auf die gesundheitlichen Folgen für den Haltungsapparat geachtet wird. Ungeeignete Möblierung und Fehlhaltungen können schon nach wenigen Tagen für erhebliche Rückenprobleme sorgen.“

 

Stundenlanges Sitzen und damit verbundener Bewegungsmangel sind für die Wirbelsäule von Nachteil: Im Sitzen erschlaffen die Bauchmuskeln. Eine häufige Sitzhaltung ist ein runder Rücken. Dadurch wird die Wirbelsäule, insbesondere die Bandscheiben, erheblich belastet. Mangelnde Bewegung durch Sitzen führt zu einer einseitigen Belastung und zu Verspannungen der Muskulatur. Rückenschmerzen sind die Folge.

 

„Um Beschwerden vorzubeugen, ist auf entspannte und aufrechte Sitzhaltung zu achten“, so die AOK-Rückenfachkraft. Ein Bildschirmarbeitsplatz sollte auch zu Hause nach ergonomischen Gesichtspunkten eingerichtet sein, um Haltungsschäden vorzubeugen. Wichtig ist es auch, oft die Sitzhaltung zu wechseln - das entlastet den Rücken und beugt muskulären Dysbalancen vor.

 

Die Tipps von Petra Bayer für den Heimarbeitsplatz:

 

  • Der Bürostuhl sollte höhenverstellbar sein, mit variabler Lehne und Sitzfläche. Am unteren Teil der Lehne sollte im Bereich der Lendenwirbelsäule eine Rückenstütze vorhanden sein. Den Bürostuhl möglichst optimal auf die Körpergröße einstellen, so dass Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90 Grad bilden.
  • Die Höhe des Schreibtisches so bemessen, dass Ober- und Unterarme ebenfalls einen Winkel von 90 Grad bilden.
  • Die Füße sollten auf dem Boden oder einer Fußstütze stehen und die Oberschenkel nicht zwischen Sitzfläche und Arbeitstisch eingeklemmt sein.
  • Den Monitor frontal aufstellen, wobei der Blick leicht nach unten gerichtet ist.
  • Während der Arbeit möglichst häufig die Rückenlehne benutzen, um die Wirbelsäule zu entlasten.
  • Zwischen vorgebeugter, aufrechter und zurückgelehnter Sitzhaltung wechseln. Dies fördert die Durchblutung der Muskulatur und wirkt Verspannungen entgegen.
  • Zwischendurch die Hände im Nacken verschränken, sich strecken und weit nach hinten lehnen. Dies ist als Gegenbewegung zur Beugung nach vorn sinnvoll.
  • Alle 20 bis 30 Minuten aufstehen und sich bewegen.
  • Empfehlenswert ist dynamisches Sitzen: Wer möglichst oft seine Haltung verändert, kann Verspannungen und Fehlhaltungen vorbeugen. Oft zwischen Stehen, Sitzen und Bewegen wechseln und die Haltung variieren.

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Pressesprecher

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