Erkrankungen an Depression steigen im Schwarzwald-Baar-Kreis an – Psyche lässt sich trainieren

Bei rund 10.040 AOK-Versicherten im Schwarzwald-Baar-Kreis haben Ärzte im Jahr 2015 eine Depression diagnostiziert. Fünf Jahre zuvor waren es 8.050 Personen.

Datum: 02.12.2016 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Schwarzwald-Baar-Kreis

Zur Einordnung: In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ist die Hälfte der Bevölkerung bei der AOK versichert. Besonders stark ist die Anzahl der betroffenen Männer gestiegen, nämlich um 36 Prozent seit 2011. Frauen sind aber nach wie vor häufiger betroffen. Ihr Anteil an allen depressiv Erkrankten betrug im vergangenen Jahr 69 Prozent. Das Erkrankungsrisiko steigt zunächst mit dem Lebensalter an. In der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen im Schwarzwald-Baar-Kreis ist der Anteil der Depressiven am höchsten. In den noch höheren Altersgruppen sinkt die Diagnosehäufigkeit wieder etwas. Es betrifft aber keineswegs nur ältere Menschen. Zehn Prozent aller Betroffenen sind unter 35 Jahre alt. Das sind rund 1.020 Personen.

 

„Psychische Belastungen gehören zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz“, erklärt Heinrich Hebling, Experte für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Stressbewältigung im AOK-Gesundheitszentrum Villingen-Schwenningen. Im Schwarzwald-Baar-Kreis waren laut AOK psychische Erkrankungen im ersten Halbjahr 2016 die dritthäufigste Ursache für Krankheitstage, direkt nach Atemwegserkrankungen. „Dass man seinen Körper durch Bewegungstraining gegen viele Erkrankungen abhärten kann, wissen die meisten Leute. Dass man auch seine Psyche etwa mit einfachen Achtsamkeitsübungen gegen Belastungssituationen trainieren kann, ist für viele dagegen neu“, so AOK-Experte Hebling. Studien weisen darauf hin, dass auch körperliche Bewegung Depressionen vorbeugen kann. Untersucht wurden vor allem Jogging, Walking, aber auch Aerobic und Kraftsport.

 

Wer vermutet, an Depression zu leiden, sollte sich zunächst an den Hausarzt wenden. Hebling: „Der Hausarzt kann eine Diagnose erstellen. Denn eine Depression ist nicht immer leicht zu erkennen: Viele Patienten berichten zunächst von Schlaflosigkeit, diffusen Kopfschmerzen, Muskelverspannungen oder Gedächtnisstörungen.“ Oft führen die Antworten auf zwei Fragen den Arzt auf die richtige Spur: Hat sich der Betroffene im letzten Monat häufig niedergeschlagen, bedrückt, traurig oder gar hoffnungslos gefühlt? Hatte er in dieser Zeit deutlich weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht?

 

Bei einer leichten depressiven Episode kann mit dem Beginn der Behandlung zunächst auch abgewartet werden, wenn man davon ausgehen kann, dass sich die Symptome auch ohne Behandlung zurückbilden, erklärt Hebling. „Allerdings sollte innerhalb der folgenden beiden Wochen geprüft werden, wie sich die Beschwerden entwickeln. In dieser Zeit sollte man regelmäßig mit seinem Hausarzt besprechen, wie man sich fühlt und was man selbst tun kann. Daher sollte der Patient auch mit Blick auf seinen Lebensstil beraten werden.“ Falls notwendig wird eine Behandlung durch einen Facharzt oder Psychotherapeuten eingeleitet. Im AOK-FacharztProgramm haben AOK-Versicherte Anspruch auf einen zeitnahen Termin beim Facharzt oder Psychotherapeuten.

 

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