Es muss nicht gleich Corona sein

Fast 48000 ihrer Versicherten waren 2019 in der Ortenau wegen einer Infektion der oberen Atemwege in medizinischer Behandlung. Das ist im Fünf-Jahres-Vergleich erneut ein hoher Stand, so die AOK Südlicher Oberrhein in einer Pressemitteilung. Lediglich im Jahr davor zählte die AOK noch mehr grippale Infekte.

Datum: 29.09.2020 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ortenau

„Fast ein Viertel der Versicherten war 2019 wegen einer Erkältung in ärztlicher Behandlung“, berichtet Tobias Rauber, Leiter des AOK-Kundencenters in Offenburg. Da wegen einem grippalen Infekt, einer Entzündung von Hals oder Rachen oder wegen einem Erkältungsschnupfen längst nicht alle Erkrankten zum Arzt gehen, dürfte die Zahl tatsächlich deutlich höher liegen.

 

Was eigentlich als eine Bagatellerkrankung gilt, kann beim Auftreten der ersten Symptome durchaus für Unbehagen sorgen. „In den ersten Tagen ist es für Betroffene nicht möglich, zu unterscheiden, ob sie an Covid-19 oder einer Erkältung erkrankt sind“, erklärt Hausärztin Brigitte Stunder von der Gemeinschaftspraxis Stunder in Zell a.H. Vor allem bei jungen Menschen sind die Symptome beider Erkrankungen unspezifisch, können sich aber durchaus ähneln. „Beide können mit Halsschmerzen, Schnupfen und Husten einhergehen, so Stunder. Bei Covid-19 sind meist auch Fieber und typischerweise Geruchs-und Geschmackstörungen dabei. Auch hat ein grippaler Infekt nichts mit der echten Grippe, der Influenza, zu tun. Er ist normalerweise deutlich harmloser und heilt von selbst wieder aus. Die Influenza beginnt schlagartig mit sehr hohem Fieber ( > 40 c), Schüttelfrost, Husten, Abgeschlagenheit und selten mit Schnupfen. Die Ansteckungsgefahr bei Covid-19 ist wesentlich höher als bei der echten Grippe.

 

Mit diesen Zahlen folgt die Ortenau dem landesweiten Trend. Auch in Baden-Württemberg stiegen die Zahlen der AOK-versicherten Erkrankten stetig an – bis auf knapp 1,4 Millionen in 2018. Eine Behandlung mit Medikamenten ist in der Regel nicht nötig. Allerdings kann es vorkommen, dass sich nach einer primären Infektion mit Viren in den Atemwegen auch Bakterien ausbreiten. Die gravierendste Komplikation ist ggf. eine Lungenentzündung, die dann antibiotisch zu behandeln ist. Ansonsten sollte man bei Erkältungsinfekten auf Antibiotika verzichten. „Sonst könnte es sein, dass sie die Ausbildung von Resistenzen fördern und dann nicht mehr wirken, wenn sie wirklich gebraucht werden“, rät die Medizinerin.

 

Das beste Mittel gegen Erkältungen ist, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Vor allem beim Niesen oder Husten werden Millionen von winzigen Tröpfchen in die Luft versprüht, die sich dann auf Türklinken, Treppengeländer oder auf Haltegriffen in der U-Bahn ablagern. Beim Anfassen gelangen diese Partikel an die Hände und von dort weiter an Nase oder Mund.

 

Corona hat es uns gelehrt: Wer es vermeidet, sich ins Gesicht zu fassen, kann das Ansteckungsrisiko verringern. Auch häufiges Händewaschen mit Seife ist ein guter zusätzlicher Schutz sowie Händedesinfektion.

 

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