Essstörungen erreichen höchsten Stand

Essstörungen sind für immer mehr Menschen im Landkreis Esslingen ein Problem. Die AOK Neckar-Fils hat jetzt Zahlen veröffentlicht, wonach die Zahl der Betroffenen seit 2013 (520 Versicherte) kontinuierlich gestiegen ist. Ende 2017 erreichte sie mit rund 680 Versicherten ihren Höchststand. Davon litten 175 Versicherte unter Magersucht (Anorexia nervosa). Laut AOK-Auswertung treten Essstörungen vorwiegend in der Altersgruppe der 15- bis 39-Jährigen auf; an Magersucht erkranken vorwiegend 15- bis 24-Jährige.

Datum: 31.01.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Esslingen

Hungern, erbrechen oder wahllos alles in sich hineinstopfen – es gibt viele Formen von Essstörungen. Der Begriff bezeichnet unterschiedliche Krankheitsbilder. Dazu zählen unter anderem Magersucht, Ess-Brechsucht (Bulimia nervosa) sowie die Esssucht (Binge-Eating), aber auch Mischformen. Bei allen Formen handelt es sich um Verhaltensstörungen rund um das Essen mit oft schweren Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit. „Bei einer Magersucht wird der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Es kommt zu Mangelerscheinungen. Die Betroffenen sind oft müde und frieren. Sie haben einen zu langsamen Herzschlag, gegebenenfalls Herzrhythmusstörungen, Kreislaufbeschwerden und Konzentrationsstörungen. Außerdem kann es zu einer Verringerung der Knochendichte, der sogenannten Osteoporose, kommen“, sagt Dr. Björn Nolting, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Esslingen.

 

„Auslöser für das Auftreten einer Essstörung können belastende Erlebnisse sein, wie ein Verlust, eine Trennung oder Mobbing. Auch körperliche Erkrankungen und der Beginn körperlicher Veränderungen in der Pubertät können eine Essstörung auslösen“, sagt AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein.

 

In vielen Fällen versuchten Betroffene ihr Gewicht durch selbst ausgelöstes Erbrechen, übertriebene körperlich-sportliche Aktivität, zeitweilige Hungerperioden, Abführmittel, Entwässerungspräparate, Appetitzügler oder Schilddrüsenmedikamente zu regulieren, was nicht selten zu körperlichen Folgeerkrankungen führe.

 

„Die Gefahren einer Magersucht werden von den Betroffenen selbst oft nicht wahrgenommen. Sie verstehen nicht, dass ihr Verhalten krankhaft ist. Gerade deshalb ist es wichtig über Essstörungen aufzuklären, um diesen vorzubeugen oder um sie frühzeitig zu erkennen und dann zu behandeln“, sagt Verena Weiss, Beauftragte für Suchtprophylaxe des Landkreises Esslingen. Wohnen junge Patientinnen noch bei ihren Eltern, sollten sie in die Behandlung einbezogen werden, empfiehlt Weiss.

 

 

 

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