Essstörungen – In Stuttgart immer mehr junge Männer betroffen AOK: Eltern sollten Essverhalten ihrer Kinder beobachten

Essstörungen sind auf dem Vormarsch. In Baden-Württemberg haben die allgemeinen Essstörungen seit 2011 jährlich um durchschnittlich 3,7% zugenommen, Anorexia nervosa, umgangssprachlich Magersucht genannt, nahm hingegen durchschnittlich um 6,3% pro Jahr zu. Bei den Essstörungen war die Zunahme bei Männern deutlich höher als bei Frauen, vor allem in Stuttgart. Das ergab eine Auswertung der AOK Stuttgart-Böblingen.

Datum: 28.03.2017 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

„Nicht nur Mädchen und junge Frauen sind von psychisch bedingten Essstörungen betroffen“, sagt Hildegund Neu-Schaub, Ernährungsexpertin bei der AOK Stuttgart-Böblingen. „In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass auch immer mehr männliche Jugendliche und junge Männer an Essstörungen leiden.“ Zwar ist die allgemeine Steigerungsrate bei den Essstörungen im Stadtkreis Stuttgart mit insgesamt 2 Prozent niedriger als der Landesdurchschnitt, aber dafür ist die Steigerungsrate bei den Männer von 2011 bis 2015 mit 7,3 Prozent sehr auffällig (Frauen 1,2 Prozent). Trotzdem liegt der Anteil betroffener Mädchen und Frauen mit Essstörungen in Stuttgart weit über dem der betroffenen Jungen und Männer, nämlich über vier Mal so hoch. Die Essstörungen konzentrieren sich dabei auf Frauen und Männer im Alter von 15 bis 34 Jahren, die Magersucht tritt vor allem in der Altersgruppe der 15 bis 19-Jährigen auf. Bei den Stuttgarter AOK-Versicherten stieg hier der Anteil der behandlungsbedürftigen Frauen von 2011 bis 2015 um 3,6 Prozent, bei den Männern um 3,9 Prozent.

 

Als Ursache sieht die AOK-Ernährungsberaterin unter anderem die durch die Medien vermittelten Schönheitsideale, die oft nichts mehr mit einem gesunden Körpergewicht zu tun haben. „In dem Eifer, ihren Idolen nachzustreben oder Schönheitsideale zu erfüllen, rutschen einige Jugendliche in die lebensgefährliche Magersucht ab“, so Hildegund Neu-Schaub. Es gibt verschiedene Anzeichen der Krankheit, die oft ganz harmlos beginnt. Eltern sollten deshalb das Essverhalten ihrer Kinder beobachten. Wer Auffälligkeiten bemerke, wie beispielsweise wenn Kinder bewusst wichtige Mahlzeiten immer wieder ausfallen lassen, sollte professionelle Hilfe suchen. „Weitere typische Anzeichen für Magersucht sind eine permanente Angst vor Gewichtszunahme, auffällige Essrituale wie sehr langsames essen oder eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers. Extremes Untergewicht wird vom Betroffenen nicht als solches erkannt. Und ab einem Body-Mass-Index (BMI) von unter 18 sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden“, empfiehlt die Expertin.

 

Die AOK-KundenCenter helfen Eltern und Betroffenen vor Ort bei der Suche nach einem geeigneten Ansprechpartner. Spezielle Fragen beantworten die AOK-Ernährungsberaterinnen oder das AOK-MedTelefon unter der kostenfreien Nummer 0800 10 50 501.

 

Hinweis für die Redaktion:

 

Der Body-Mass-Index berechnet sich nach folgender Formel:

 

Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat.

 

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