Extreme Fettleibigkeit ist gleich Zuckerkrank

Extremes Übergewicht und Diabetes – häufig leiden Menschen an beidem. Im Ostalbkreis und im Landkreis Heidenheim sind jeweils fast drei Prozent aller AOK-Versicherter adipös und haben zusätzlich Zucker. Den Adipositas-Tag am Samstag, den 19. Mai, nimmt die AOK Ostwürttemberg zum Anlass, um auf die Gefährlichkeit starken Übergewichts und dessen negative Auswirkungen auf andere Krankheiten hinzuweisen.

Datum: 17.05.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Heidenheim, Schwäbisch Gmünd, Aalen

 

 

Ab einem Body-Mass-Index von 30 gilt der Mensch als extrem übergewichtig oder adipös. Eine andere Methode ist das Messen des Bauchumfangs. Ist dieser bei Frauen größer als 88 Zentimeter und bei Männer größer als 102 Zentimeter, ist das Risiko an Adipositas erkrankt zu sein, sehr hoch. Parallel dazu kommt es zu anderen Krankheiten – vor allem der Zusammenhang von Typ-2-Diabetes und Adipositas ist hierbei augenfällig: 2827 bei der AOK versicherte Menschen im Ostalbkreis leiden bereits an beiden Erkrankungen. Im Kreis Heidenheim sind es 1551 Menschen. Die Zahl derer, die an beiden Erkrankungen leiden, wächst zudem stetig – in den letzten drei Jahren zwischen drei bis fünf Prozent.

 

Das Zusammenspiel von Übergewicht und Diabetes verstärkt die Erkrankung: „Hohe Insulinspiegel setzen die Sensibilität und Dichte der Insulinrezeptoren und damit die Wirksamkeit des Insulins herab. Dadurch muss der Körper die Insulinproduktion weiter steigern,“ erläutert Sibylle Sauter, AOK-Ernährungsberaterin der AOK Ostwürttemberg. „Bauen Betroffene hingegen Übergewicht ab, sinken die Insulinspiegel wieder. Das kann dazu führen, dass sich der Zuckerstoffwechsel normalisiert. Bei Typ-2-Diabetikern, denen es gelingt, ihr Normalgewicht zu erlangen und zu halten sowie sich regelmäßig zu bewegen, sind Medikamente oft überflüssig.“

 

Etwa 80 Prozent aller Typ-2-Diabetiker sind stark übergewichtig. Adipositas und Bewegungsmangel sind entsprechend die entscheidenden Risikofaktoren für die Entstehung von Typ-2-Diabetes, fälschlicherweise im Volksmund „Altersdiabetes“ genannt. Weitere Risikofaktoren sind eine fett- und zuckerreiche Ernährung mit wenig Ballaststoffen, Rauchen und genetische Vorbelastungen.

 

Die AOK weist darauf hin, dass die an einem Typ-2-Diabetes Erkrankten häufig über Jahre nichts davon bemerken. Mögliche Beschwerden sind starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und Antriebsschwäche, Übelkeit und Schwindel. Ist der Blutzucker stark erhöht, kann es bis zur Bewusstlosigkeit kommen, dem so genannten diabetischen Koma.

 

Für eine entsprechende Diagnose nennt die AOK Ostwürttemberg den Hausarzt als erste Anlaufstelle. Auch die Gesundheitskasse kann Betroffene unterstützen. „Wir bieten bei der AOK auch Beratungsgespräche zur Ernährung und passende Kochkurse an“, sagt  Sibylle Sauter. „Denn statt einer Diät hilft langfristig nur eine Ernährungsumstellung, um erfolgreich das Gewicht zu reduzieren.“

 

www.bvmed.de/download/insulininjektion1

 

Bildzeile: Etwa 80 Prozent aller Typ-2-Diabetiker sind stark übergewichtig. Wer sein Normalgewicht wieder erlangt und hält sowie sich regelmäßig bewegt, bei dem sind Medikamente oft überflüssig.

 

Quelle: BVMed

 

 

 

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