Forsa-Umfrage – AOK weist auf Pendlerstress hin – Pendlerverkehr an Hochrhein und Bodensee nimmt zu

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK zeigt, wie sich Pendlerstress auf die Gesundheit auswirkt.

Datum: 13.02.2018 / Kategorie: Mit der Länge des Arbeitsweges steigt die Belastung

Waldshut-Tiengen / Konstanz / Lörrach,

Die Arbeitsmarktlage an Hochrhein und Bodensee ist gut. Eine Folge: Das Berufspendeln in den vergangenen Jahren hat stark zugenommen. Nach aktuellen Zahlen der Bundes­agentur für Arbeit für das Jahr 2016 kamen 35.524 Menschen täglich von außerhalb zum Arbeiten in die Landkreise Konstanz, Waldshut und Lörrach. 2008 waren es noch 28.256 Einpendler. Das entspricht einem Anstieg von 25 Prozent. Umgekehrt pendeln 35.572 Personen vom Heimatort zu einem Arbeitsplatz außerhalb des jeweiligen Landkreises. 2008 waren es noch 27.392 – ein Zuwachs von fast einem Drittel. Hinzu kommen rund 57.000 Arbeitnehmer der Region, die aus beruflichen Gründen ins südliche Ausland pendeln.

 

Die zunehmende berufliche Mobilität hat die AOK zum Anlass genommen für eine Forsa-Umfrage in Baden-Württemberg. „Wir wollten wissen, wie lange die Menschen zur Arbeit unterwegs sind und welche Belastungen sich daraus ergeben“, erklärt Uwe Schreiber, Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee. Für knapp ein Viertel (24 Prozent) beträgt die benötigte Zeit 30 Minuten bis eine Stunde und knapp jeder Zehnte (8 Prozent) hat sogar einen Arbeitsweg von über einer Stunde. Transportmittel Nummer eins ist das Auto, das gut zwei Drittel der Pendler (67 Prozent) benutzen. Nur zwölf Prozent kommen mit dem öffentlichen Nahverkehr oder Regional- und Fernzug zur Arbeit.

 

Der lange Weg zum Arbeitsplatz geht nicht an jedem spurlos vorüber. 17 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich durch ihren Arbeitsweg stark belastet fühlen, weitere 23 Prozent fühlen sich zumindest schwach belastet. Über ein Drittel fühlt sich durch den Zeitaufwand im Freizeitverhalten eingeschränkt oder beklagt, dass Familie und Freunde zu kurz kommen. Körperliche Beschwerden wie Nervosität, Herzrasen oder Schweißausbrüche – also typische Stresssymptome, führen sechs Prozent an. Immerhin drei Viertel der Befragten (73 Prozent) geben keine negativen Auswirkungen an, wenn es um ihren Arbeitsweg geht.

 

Pendlerstress kann zu Arbeitsausfällen führen

 

„Wir wissen durch frühere Untersuchungen, dass mit der Länge des Anfahrtsweges psychische Beschwerden wie Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit zunehmen und es zu vermehrten Fehltagen kommt“, führt Uwe Schreiber weiter aus. Aber: „Berufliche Mobilität hat nicht zwingend negative Folgen für Psyche und Körper. Belastungsstörungen treten seltener auf, wenn das Pendeln auf einer freiwilligen Entscheidung beruht und der Pendler es als Teil seines Lebensstils akzeptiert. Dann können Flexibilität bei der Zeiteinteilung, Handlungsspielraum bei der Aufgabenbewältigung und soziale Unterstützung durch Kollegen die längeren Anfahrtswege erträglicher machen.“

 

Auch in der Forsa-Umfrage spiegelt sich der Wunsch nach pragmatischen Lösungen wider. Von den Befragten, die sich durch den Arbeitsweg belastet fühlen, können sich 27 Prozent vorstellen, von zuhause zu arbeiten und 18 Prozent eine Fahrgemeinschaft zu gründen. Für 13 Prozent kommt jedoch ein Umzug in Betracht, für immerhin 12 Prozent auch der Wechsel des Arbeitgebers.

 

Um mit den Auswirkungen von Stress besser umgehen zu können, empfiehlt der AOK-Geschäftsführer ein Training zur Stärkung der psychischen Gesundheit und Widerstandsfähigkeit. „Betroffene können ihre Fähigkeit zur Stressbewältigung tatsächlich trainieren wie einen Muskel. Schon kleine Veränderungen haben große Auswirkungen.“

 

Quelle: Die repräsentative Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg durchgeführt. Zwischen dem 24. Oktober und 13. November 2017 wurden insgesamt 505 Erwerbstätige ab 18 Jahren in Baden-Württemberg anhand von computergestützten Telefoninterviews (CATI) befragt.

 

Kontakt zur Pressestelle

Gerhard-Gustav Gottwald

Pressesprecher

E-Mail: presse-aok-hrb@bw.aok.de
Telefon: 07751 878-182
Telefax: 07751 878-91-182
Mobil: 0172 1733651

Am Rheinfels 2
79761 Waldshut-Tiengen