Frühzeitig gegensteuern bei Internetsucht - Bündnis Gesundheit Ellwangen

Das Unternehmensnetzwerk „Bündnis Gesundheit Ellwangen“ lud die Auszubildenden der neun Unternehmen zum Workshop „Gefahren und Umgang mit digitalen Medien“ ein. Über zwei Tage verteilt, wurden mehr als 200 Azubis von den Suchtexperten der Diakonie Aalen im Feuerwehrhaus der Stadt Ellwangen unterrichtet.

Datum: 01.02.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ellwangen

Der ständige Blick aufs Smartphone ist bei den meisten Jugendlichen Normalität. 88 Mal am Tag, sprich alle 18 Minuten schaut der Durchschnitts-Smartphonebesitzer auf sein Gerät, so eine Studie der Universität Bonn. Das ein solches Verhalten auf Dauer nicht gesund sein kann, ist auch den jungen Menschen klar, die zum Feuerwehrhaus in Ellwangen kamen.

 

Das Bündnis Gesundheit möchte hier frühzeitig durch Aufklärung gegensteuern. „Wir erleben durch diese ständige Ablenkung eine starke Fragmentierung des Alltages und damit einhergehend geringe Konzentrationsbereitschaft und eine sinkende Aufmerksamkeitsspanne nicht nur bei den jungen Menschen. Dadurch leidet auch die Gesamtleistung in den Unternehmen“, sagt Anja Mäurer, Koordinatorin bei der AOK Ostwürttemberg für Betriebliches Gesundheitsmanagement. „Ein solcher Workshop über die Gefahren und den Umgang mit digitalen Medien soll das Bewusstsein schärfen.“

 

„Der Umgang mit den digitalen Medien wird in den Familien noch viel zu selten diskutiert“, sagt Referent Nicolas Danzinger von der Diakonie Ostalb. „Wir wollen die jungen Menschen in den Workshops anregen über ihr Verhältnis zu ihrem Smartphone, dem Online-Spielen und über die Nutzung der sozialen Medien nachzudenken. Was wäre eine normale Mediennutzung und ab wann kommt es zu ersten Symptomen der Sucht?“

 

Die Internet- oder Onlinesucht wurde erst Ende 2017 von der Weltgesundheitsorganisation als Suchterkrankung klassifiziert. Jüngste Studien sehen in Deutschland rund 10 bis 13 Prozent der Bevölkerung als gefährdet an, Internetsüchtig zu werden. Zirka 3 Prozent sind es schon.

 

„Wenn jemand immer wieder sofort schlechte Laune bekommt, wenn der Zugriff auf das Internet gestört ist, zeigt erste Entzugserscheinungen“, sagt Danzinger. Auch Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Schweißausbrüche seien Signale für eine Sucht. „Es ist wie bei einem Alkoholiker auf Entzug.“

 

In dem Workshop wurden den jungen Menschen Möglichkeiten auch gezeigt, wie man sich am besten gegen Daten- und Identitätsklau schützten kann. „Der durchschnittliche Nutzer ist bei 50 Diensten angemeldet. So gesehen, bräuchte man auch 50 unterschiedliche Passwörter“, erklärte Alexander Weller, Medienpädagoge beim Landesmedienzentrum, der sich bei seinem Vortrag auf Smartphone-Sicherheit fokussiert hat.

 

Da das Passwort „Hallo123“ nicht sicher sei und man sich keine 50 Passwörter merken kann, sollte man auf sogenannte Passwort-Tresor-Software zurückgreifen. Hier werden alle verschiedenen Passwörter hinterlegt und können genutzt werden. Man braucht nur noch ein Passwort für den Tresor.

 

Die Workshops wurde von Anja Mäurer gemeinsam mit der Suchtberatungsstelle des Landratsamtes organisiert, die Stadt Ellwangen stellte mit der Feuerwache die Räume kostenfrei zur Verfügung.

 

Im Unternehmensnetzwerk „Bündnis Gesundheit Ellwangen“ kooperieren die Stadtverwaltung Ellwangen, die Unternehmen Betzold, EnBW ODR, Kicherer, Stengel und Varta Microbattery, Varta Consumer Batteries, die VR-Bank Ellwangen sowie die AOK Ostwürttemberg im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung.

 

Tipps für mehr Internetsicherheit

 

  • Email-Konto doppelt absichern. Nach Eingabe des Passworts schickt der Email-Anbieter eine SMS mit einem Zufallscode auf das Handy.
  • 10-Minuten-Mails-Dienste nutzen, wenn eine Mail-Eingabe verlangt wird, aber man seine eigene nicht angeben möchte und danach keine weiteren Nachrichten an die Mail kommen soll.
  • Passwort-Safe-Software nutzen, um verschiedene Passwörter nutzen zu können, ohne diese sich merken zu müssen.
  • Aktueller Virenschutz auf allen Geräten, mit denen man online ist.
  • Keine Links oder Anhänge in Mails anklicken bzw. öffnen, wenn der Adressat unbekannt ist oder man keine Nachricht von dem Adressaten verlangt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Oliver Bayer

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