Gesetzliche Krankenkassen, Ärzte und Zahnärzte fordern gerechte Lastenverteilung - Private Krankenversicherer müssen ihren Anteil beitragen

Seit heute wird am Flughafen Stuttgart eine freiwillige Testung für Urlaubsrückkehrer angeboten. Die Tests sind jetzt noch freiwillig, im Laufe der Woche sollen sie für Rückkehrer aus Risikogebieten allerdings verpflichtend werden. Dabei gibt es Unstimmigkeiten bei der Finanzierung dieser Tests.

Datum: 03.08.2020 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Pforzheim

Die AOK BW begrüßt die Testpflicht. Tests auch bei symptomlosen Reiserückkehrern sind ein sinnvoller Beitrag zum Bevölkerungsschutz. Es kann jedoch nicht sein, dass die Kosten der Testungen allein den Beitragszahlern und ihren Arbeitgebern auferlegt werden. Bevölkerungsschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Bei den Kosten kommen die privaten Krankenversicherer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bisher nicht nach. Die Finanzierung der ausgeweiteten Corona-Tests bei asymptomatischen Patientenkommt selbst für Privatversicherte allein aus dem GKV-Gesundheitsfonds.

 

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV), die Vertragsärzte und Vertragszahnärzte in Baden-Württemberg fordern eine stärkere Beteiligung der privaten Krankenversicherung (PKV) an den Lasten der Corona-Pandemie. Insbesondere kritisieren sie, dass den weitaus größten Teil der Gesundheitskosten bislang allein die gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber stemmen müssten. „Alle Akteure im Gesundheitswesen strengen sich in allerhöchstem Maße an, Versorgung jetzt zu leisten und die bestehende gute Struktur für die Zukunft zu sichern“, so Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Besonderer Dank gilt den Ärztinnen und Ärzten, den Zahnärztinnen und

 

Zahnärzten sowie den Pflegerinnen und Pflegern, die auch unter diesen besonderen Bedingungen einen tollen Job machen.“ Umso bedauerlicher sei es, so Bauernfeind weiter, dass die privaten Krankenversicherer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bisher nur teilweise gerecht würden. Als Beispiel führt er die ausgeweiteten Corona-Tests bei asymptomatischen Patienten an, deren Finanzierung selbst für Privatversicherte allein aus dem GKV-Gesundheitsfonds käme.

 

Refinanzierung der Kosten über Gesundheitsfonds hält die AOK BW für den schlechtesten Weg. In jedem Fall müssen die Kosten zumindest durch einen zusätzlichen Bundeszuschuss aus Steuermitteln refinanziert werden, da es um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe geht. Der Bundeszuschuss muss hier aufgestockt werden. Der bereits beschlossene Zuschuss an den Gesundheitsfonds von 3,5 Mrd. Euro aus dem zweiten Nachtragshaushaltsgesetz beinhaltet die jetzt neu eingeführten Testungen von Touristen nicht.

 

 

 

 

 

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