Gesund schlafen

In 2016 waren in der Region Bodensee-Oberschwaben rund 10.000 AOK-Versicherte wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung

Datum: 22.06.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Bodensee-Oberschwaben

Wer nachts nicht schlafen kann, fühlt sich am nächsten Tag übermüdet und nicht leistungsfähig. Das Problem ist weit verbreitet: 13 Prozent der Baden-Württemberger sagen laut einer Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben von der Gesundheitskasse, dass ihr Schlaf weniger oder überhaupt nicht erholsam ist. In Bodensee-Oberschwaben waren im Jahr 2016 9.993 AOK-Versicherte wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung – 4.373 im Landkreis Ravensburg, 2.998 im Landkreis Sigmaringen und 2.622 im Bodenseekreis. Es gibt Tricks, die helfen, wieder zur Nachtruhe zu finden. Armin Briesemeister, Diplom-Psychologe und Lebe Balance-Trainer bei der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben, klärt auf.

 

Bis zu 20 von 100 Menschen haben Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. Frauen und ältere Menschen haben besonders häufig Schlafstörungen und auch chronische Schlafprobleme. Sie können aber in jedem Alter auftreten, sogar bei kleinen Kindern. „Einen guten Schlaf hat, wer leicht einschläft, während der Nacht nicht wieder ganz wach wird, nicht zu früh aufwacht und sich morgens erholt fühlt. Für gesunde Menschen ist es in keinem Alter normal, regelmäßig Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen zu haben“, betont AOK-Diplompsychologe Armin Briesemeister.

 

Die Schlafdauer hängt unter anderem vom Alter ab. Kinder ab sechs Jahre schlafen in der Regel etwa neun Stunden pro Nacht, Erwachsene ungefähr sieben Stunden und über 80-Jährige nur noch etwa sechs Stunden. Armin Briesemeister ergänzt: „Das sind jedoch nur Durchschnittswerte – manche Menschen brauchen mehr, andere weniger Schlaf, um sich wohlzufühlen.“

 

Eine Schlafstörung kann sich unterschiedlich äußern. „Manche brauchen beispielsweise sehr lange, bis sie einschlafen, andere schlafen unruhig und wachen nachts oft auf, liegen nach dem nächtlichen Aufwachen lange wach oder wachen morgens lange vor dem Wecker auf und können nicht wieder einschlafen“, erklärt Armin Briesemeister. „Wer in mehr als drei Nächten pro Woche schlecht schläft und das über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen, könnte eine chronische Schlafstörung entwickeln.“ Mediziner sprechen von Insomnie. Betroffene sollten abklären lassen, ob es eine medizinische Ursache dafür gibt und welche Behandlungsmöglichkeiten denkbar sind.

 

Die AOK-Statistik verrät: In Bodensee-Oberschwaben wurden 2016 4,9 Prozent aller Versicherten von Schlafstörungen heimgesucht. Vier Jahre zuvor waren es noch 3,9 Prozent oder rund 7.227 Versicherte – 3.239 im Landkreis Ravensburg, 1.959 im Landkreis Sigmaringen und 2.029 im Bodenseekreis. Armin Briesemeister: „Die Statistik kann nur Betroffene abbilden, die wegen Schlafstörungen in ambulanter oder stationärer Behandlung waren. Die Dunkelziffer dürfte demnach weit höher sein.”

 

Verschreibungspflichtige Schlafmittel wie Benzodiazepine dürfen nur für eine begrenzte Zeit eingesetzt werden, weil sie zahlreiche Nebenwirkungen haben und schnell abhängig machen. Viele Menschen sind am Tag nach der Einnahme noch schläfrig und unkonzentriert, zudem ist ihre Reaktionsfähigkeit herabgesetzt. Bei älteren Menschen können Schlafmittel auch das Risiko für Stürze erhöhen. „Entspannungstechniken wie zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung müssen zwar zunächst erlernt werden, sind aber langfristig sehr erfolgversprechend“, hebt AOK-Diplompsychologe und Lebe Balance-Trainer Armin Briesemeister hervor.

 

Ein fester Zeitplan und klare Gewohnheiten unterstützen ebenso den Schlaf-Wach-Rhythmus. So sollte man möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen und zur gleichen Zeit aufstehen. Grundsätzlich sollte man jedoch erst dann ins Bett gehen, wenn man sich müde fühlt. Wird man nachts oder sehr früh am Morgen wach und kann nicht wieder einschlafen, sollte man aufstehen. Das Bett ist zum Schlafen da – nicht zum Fernsehen oder Essen. Auch Computer, Tablet oder Smartphone haben im Bett nichts verloren. Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt sich in der Regel positiv auf die Schlafqualität aus. Man sollte allerdings nicht kurz vor dem Schlafengehen trainieren.

 

Mit Lebe Balance bietet die AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben ein Präventionsprogramm, welches dabei hilft, sich selbst besser kennenzulernen, persönliche Schutzfaktoren aufzubauen und den Herausforderungen des Alltags mit Stärke zu begegnen. Der AOK-Balance-Check zeigt, wie es um das körperliche und seelische Gleichgewicht bestellt ist, wie gestresst man ist und was man dagegen tun kann. Jetzt testen unter www.aok-bw.de/balance-check

 

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