Gesundheitsatlas Diabetes: Baden-Württemberger seltener „zuckerkrank“

Main-Tauber-Kreis, 04.11.2019 Wer in Baden-Württemberg lebt, hat bessere Chancen, von dem meist erst im Alter auftretenden Diabetes mellitus Typ 2 verschont zu bleiben. Laut dem aktuellen Gesundheitsatlas Diabetes des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) schneidet unter den Flächenländern nur Schleswig-Holstein besser ab, wo 7,3 Prozent der Bevölkerung mit der Diagnose Diabetes 2 leben. In Baden-Württemberg sind es 7,9 Prozent, bundesweit aber 8,6 Prozent der Menschen.

Datum: 04.11.2019 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Main-Tauber-Kreis

Deutlich höher sind die Erkrankungsraten im Main-Tauber-Kreis: 11.511 Menschen leiden hier unter Diabetes-Typ-2. Das sind 8,7 Prozent der Bevölkerung. Von 44 Kreisen und kreisfreien Städten in Baden-Württemberg belegt der Landkreis Platz 40 und rangiert am unteren Ende der Scala. Die Erkrankung verläuft chronisch und hat gravierende negative Folgen für die Lebensqualität der Patienten. Häufig treten diabetesbedingte Komplikationen wie Nierenschädigungen, Erblindungen oder Amputationen auf. Auch Herzinfarkte und Schlaganfälle können die Folge sein. Das Statistische Bundesamt weist für 2015 Krankheitskosten für Diabetes mellitus in Höhe von 7,4 Milliarden Euro aus.

 

 

 

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es Zusammenhänge zwischen Diabetes-2-Erkrankungen und den sozioökonomischen Merkmalen einer Region oder der lokalen Häufigkeit von Übergewicht gibt. Auch können die Forscher ein gewisses Stadt-Land-Gefälle nachweisen. „Der Gesundheitsatlas lässt den Schluss zu, dass das soziale Umfeld entscheidenden Einfluss auf den Lebensstil und die damit einhergehenden Ess- und Bewegungsgewohnheiten hat und so auch das Diabetes-2-Risiko mitbestimmt“, so Michaela Lierheimer, Geschäftsführerin der AOK Bezirksdirektion Heilbronn-Franken. „Je besser es uns also gelingt, beispielsweise durch Präventionsmaßnahmen Vorbilder für Kinder, Nachbarn oder Arbeitskollegen zu schaffen, desto eher werden wir als Gesellschaft den Diabetes 2 besiegen können,“ verdeutlicht die AOK-Chefin.

 

Selbst nach einer Diagnose von Typ-2-Diabetes haben die Betroffenen gute Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. „Entscheidend ist – neben der Motivation für einen gesunden Lebensstil – eine strukturierte Therapie, bei der die Patientinnen und Patienten und alle beteiligten Ärzte Hand in Hand arbeiten,“ so Lierheimer. Beleg dafür sei das Haus- und Facharztprogramm, das die AOK Baden-Württemberg seit 2009 mit ihren Partnern MEDI und Hausärzteverband Baden-Württemberg kontinuierlich entwickelt.

 

Michaela Lierheimer: „Unabhängige Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Diabetiker, die am AOK-Haus- und Facharztprogramm teilnehmen, im Zeitraum von sechs Jahren vor rund 4.000 schweren Komplikationen wie Amputationen

oder Schlaganfällen bewahrt werden konnten.“ Die AOK Heilbronn-Franken bietet in der Region zahlreiche spezielle Curaplan-Kurse für Patienten mit chronischen Erkrankungen an, die insbesondere auch auf die Bedürfnisse von Diabetikern zugeschnitten sind. Informationen bieten die KundenCenter vor Ort.

 

 

 

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