Gesundheitspolitisches Gespräch: Justizminister Rainer Stickelberger besucht AOK in Lörrach

Dass ein Justizminister auch bei den gesundheitspolitischen Fragestellungen seines Wahlkreises voll im Bilde ist, zeigte Rainer Stickelberger im Gespräch mit AOK-Geschäftsführer Dietmar Wieland im AOK-Gesundheitszentrum. Auf der Tagesordnung standen dabei drei Schwerpunkt-Themen: die ambulante Hospiz-Versorgung, die Krankenhausstruktur im Landkreis sowie die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern.

Datum: 10.09.2015 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Lörrach

Sorge bereitet Rainer Stickelberger die aktuelle Situation in der ambulanten Hospiz-Versorgung: „Derzeit gibt es nur das stationäre Hospiz am Buck mit sechs bis acht ambulanten Plätzen. Das ist viel zu wenig.“ Auch die Ehrenamtlichen der ambulanten Hospizgruppen, die Patienten begleiten, die die letzte Lebensphase zu Hause verbringen möchten, können, so Stickelberger, „trotz ihres unglaublich großen Engagements diese mangelnde professionelle Versorgungsstruktur nicht ausgleichen“. AOK-Chef Wieland schilderte die bisherigen Bemühungen in der Bereitstellung eines angemessen Angebots für menschwürdiges Sterben, „aber der Landkreis Lörrach ist leider ein Notstandsgebiet.“ Stickelberger wird sich daher dafür einsetzen, in einem erneuten Anlauf eine ambulante Palliativversorgung für schwerkranke und sterbende Menschen im Landkreis zu etablieren.

Mit großem Interesse verfolgt Minister Stickelberger auch die Diskussion um die angestrebten Veränderungen in der Krankenhausstruktur des Landkreises. „Alles deutet darauf hin, dass der Landkreis eine Konzentration der Leistungen und einen zentralen Neubau bevorzugt, zumal in Lörrach und Rheinfelden erhebliche Mittel für eine Sanierung aufgebracht werden müssten“, resümierte Stickelberger die bisherige Diskussion. Wie auch immer die Lösung am Ende aussehe, eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung müsse immer gewährleistet bleiben. Dietmar Wieland bekräftigte diese Überlegungen und führte weiter aus, dass ein starkes Haus zu Spezialisierung und damit zum Zuzug von Assistenz-Ärzten führe. Diese könnten dann später die Lücken in der haus- und fachärztlichen Versorgung schließen.

„Die Entscheidung über der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge und Asylbewerber ist noch nicht gefallen – diese Entscheidung hat der Bund zu treffen“, stellte Stickelberger klar. Bisher sei der Zugang zum deutschen Gesundheitswesen für diesen Personenkreis in den ersten 15 Monaten verschlossen. „Bei einem bewilligten Asylantrag übernimmt das Landratsamt die Betreuung und in der weiteren Konsequenz auch die Kosten für gesundheitliche Behandlungen“, beschrieb Wieland das derzeit geltende Verfahren. Sollte sich der Bund für die Einführung der Gesundheitskarten an Asylbewerber und Flüchtlinge entscheiden, könne die AOK Baden-Württemberg die Folgen ohne Problem schultern. Der AOK-Chef prognostiziert aber erhebliche Kosten für die Kommunen.

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