Gesundheitspolitisches Gespräch mit CDU-Abgeordneten - Themenschwerpunkt Krankenhausstruktur

Zum turnusmäßigen gesundheitspolitischen Gespräch haben sich die Geschäftsführer der AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee, Dietmar Wieland und Uwe Daltoe, mit den CDU-Abgeordneten Gabriele Schmidt, Thomas Dörflinger und Felix Schreiner getroffen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand das komplexe Thema „Krankenhausstruktur“ im Landkreis Waldshut.

Datum: 23.07.2015 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Waldshut-Tiengen

Von einer großen Überraschung sprach der Landtagsabgeordnete Felix Schreiner, als er vom Inhalt des Spital-Gutachtens gelesen habe: „Für uns steht die gesundheitliche Versorgung der Menschen im ganzen Landkreis Waldshut an obester Stelle.“, so der CDU-Abgeordnete. Es müsse aus Sicht des Abgeordneten, der zugleich auch Mitglied des Sozialausschusses im Landtag ein tragfähiges Zukunftskonzept gefunden werden, dass die Spitallandschaft am Hochrhein dauerhaft sichert.

„Die politisch Verantwortlichen müssen heute ein medizinisches Konzept für eine qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung im Landkreises Waldshut diskutieren, das auf den Bedarf in zehn Jahren zugeschnitten ist“, versuchte der AOK-Chef die Standortfrage zu versachlichen. Insofern werde das Pferd vom falschen Ende her aufgezäumt. „Wir sollten heute nicht über Krankenhausstandorte diskutieren, sondern für die Zukunft die beste Lösung suchen“, so Dietmar Wieland. Auch wenn die Fallzahlen im Spital Bad Säckingen in den letzen Jahren deutlich zurückgegangen wären, könne bis zu einer Entscheidung über die zukünftige Krankenhausstruktur auf das Spital Bad Säckingen nicht verzichtet werden. „Die mehr als 5.200 Fälle pro Jahr aus Bad Säckingen kann das Spital Waldshut gar nicht zusätzlich bewältigen“, stellte Wieland klar.

Wichtig sei jetzt aber, dass das medizinische Konzept der beiden Häuser überprüft werde und unwirtschaftliche Doppelvorhaltungen und Doppelstrukturen abgebaut werden. Diese Entscheidungen könnten nicht bis zum Zeitpunkt einer Entscheidung über die zukünftigen Krankenhausstrukturen warten. Bisher seien die beiden Standorte als eigenständige Einrichtungen der Regelversorgung geführt worden, obwohl sie gesellschaftsrechtlich unter dem Dach einer GmbH stünden. „Wenn beide Häuser zu einer Einrichtung zusammen gefasst sind, sehen wir erhebliche Einspar-Effekte, ohne dass die Versorgungsqualität leidet.“, beschrieb Wieland entsprechende Optimierungsszenarien. So könne es beispielsweise sinnvoll sein, die Chirurgie am Standort Waldshut zu konzentrieren, während im Spital Bad Säckingen der Schwerpunkt Altersmedizin und Geriatrie aufgebaut würde.

„Mit der bisherigen Trennung der beiden Häuser geht nämlich auch ein schleichender Verlust an Leistungen einher“, machte AOK-Vize Uwe Daltoe auf weitere nachteilige Konsequenzen der bisherigen Standort-Strategie aufmerksam. „Seit Jahresanfang sind für die Genehmigung bestimmter medizinischer Leistungen Mindest-Fallzahlen vorgeschrieben. Beide Häuser konnten beispielsweise diese Limits für Knie-Endoprothesen-OPs nicht erreichen. Dafür müssen die Patienten jetzt also zu Einrichtungen außerhalb des Landkreises gehen. Wären diese OPs nur an einem Standort erfolgt, hätten wir jetzt kein Problem.“ Wieland machte auch unmissverständlich deutlich: „ Beide Standorte für sich gesehen sind auf Dauer zu klein.“ Dies bestätigte auch der Abgeordnete Schreiner: „Die Landespolitik will keine kleinen Häuser mehr!“

Für einen zentralen Krankenhaus-Standort sprechen aus Sicht der AOK-Geschäftsführer nicht nur betriebswirtschaftliche Vorteile und eine Erhöhung der Versorgungsqualität. Ein neues Krankenhaus biete auch die Chance, das Leistungsspektrum deutlich zu erweitern. Wohnortnah könnte dann die Bevölkerung im Landkreis Waldshut in einer höheren Versorgungsstufe und einer besser Qualität versorgt werden. Mittelbar könnte damit auch das Nachwuchsproblem bei Haus- und Fachärzten in der Region gelöst werden. „Viele niedergelassene Ärzte sind ehemalige Assistenz-Ärzte. Und Assistenzärzte ziehen mit ihren Familien in den Landkreis, wenn sie bei Spezialisten in einer zentralen Einrichtung mit entsprechend hohen Fallzahlen arbeiten können.“

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