Gesundheitsrisiken durch Hitze steigen - Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf

Das Umweltbundesamt hat in einer neuen Studie davor gewarnt, dass sich die „gesundheitlichen Risiken, der mit dem Klimawandel einhergehenden Phasen mit extremer Hitze, kontinuierlich erhöhen“. Dies wird auch durch Daten der AOK Baden-Württemberg belegt: Landesweit stiegen die stationären Behandlungszahlen von AOK-Versicherten wegen Schäden durch Hitze zwischen 2014 und 2018 um zwei Prozent pro Jahr. Im Landkreis Calw sogar um 5,3 Prozent.

Datum: 25.06.2019 / Kategorie: Gesundheitstipps

Calw

Die klimatologischen Kenngrößen „Heiße Tage“ und „Tropennächte“ des Deutschen Wetterdienstes werden unter anderem zur Beurteilung von gesundheitlichen Belastungen verwendet. So ist ein „Heißer Tag“ definiert als Tag, dessen höchste Temperatur oberhalb von 30 Grad Celsius (°C) liegt, und eine „Tropennacht“ als Nacht, deren niedrigste Temperatur oberhalb von 20 °C liegt. Die mit der Klimaerwärmung verbundene zunehmende Hitzebelastung ist von erheblicher gesundheitlicher Bedeutung, da sie den Organismus des Menschen in besonderer Weise beansprucht und zu Problemen des Herz-Kreislaufsystems führen kann. Im Landkreis Calw wurden im Jahr 2014 insgesamt 738 AOK-Versicherte wegen Sommererkrankungen durch Hitzeeinfluss behandelt, 747 waren es im Jahr 2015, 832 im Jahr 2016, 818 im Jahr 2017 und 921 im Jahr 2018.

 

Als Folge von Hitzebelastung können bei empfindlichen Personen Regulationsstörungen und Kreislaufprobleme auftreten, so die AOK Nordschwarzwald. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit. Ältere Menschen und Personen mit chronischen Vorerkrankungen sind von diesen Symptomen besonders betroffen.

 

Laut Robert-Koch-Institut traten sechs der elf extremsten Hitzewellen im Zeitraum zwischen 1950 bis 2015 nach dem Jahr 2000 auf. In den Hitzesommern der Jahre 2003, 2015 und 2018 gab es in Deutschland eine erhebliche Anzahl von Todesfällen, bei denen Hitze als Ursache belegbar war. Allein 2018 wurde beim Tod von rund 8.000 Menschen „Hitze“ als vornehmliche Ursache benannt.

 

Um hohe Temperaturen auszugleichen schwitzt der Körper. Dafür benötigt er Flüssigkeit. AOK-Ernährungsfachkraft Andrea Kaltofen: „Bei Hitze ist es wichtig ausreichend Getränke zu sich zu nehmen. Sonst entzieht der Körper dem Blut Wasser, was unter anderem das Thrombose-Risiko erhöhen kann“. Wer schwitzt, verliere zusätzlich große Mengen Salze. Zunächst führe der Elektrolytmangel im Muskel zum Hitzekrampf. Kaltofen: „Treten diese Anzeichen auf, muss sofort gegengesteuert werden - beispielsweise mit isotonischen Getränken und stark gewürzter Suppe. Ignoriert man die ersten Anzeichen und bewegt sich in der Hitze weiter, kommen Kopfweh, Schwindel und Übelkeit dazu.“

 

Hitzeerschöpfung führt zum Hitzekollaps und kann in extremen Fällen durch Schwellungen des Gehirns auch lebensgefährliche Ausmaße annehmen. „Wer Anzeichen einer Hitzeerschöpfung spürt, sollte sofort in den Schatten gehen, Beine hochlegen, viel trinken und elektrolytreiche Flüssigkeiten konsumieren,“ rät die AOK-Fachkraft.

 

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