Hautkrebs oft unterschätzt

AOK rät zu Vorsorge Die Zahl der an Hautkrebserkrankten nimmt deutlich zu. Das hat die AOK Südlicher Oberrhein auf der Basis ihrer Versicherten ermittelt. In der Ortenau waren 2013 354 Versicherte an bösartigem Melanom, dem sogenannten Schwarzen Hautkrebs, erkrankt.

Datum: 09.06.2015 / Kategorie: Gesundheitstipps

Ortenau

Waren 2007 noch 216 AOK-Versicherte wegen Hautkrebs in Behandlung, so waren sechs Jahre später bereits 354 Menschen erkrankt. „Besonders auffällig ist ein sprunghafter Anstieg zwischen 2007 und 2009“, informiert Tobias Rauber, Chef der AOK in Offenburg. „Dies ist ein bundesweiter Trend, der in Zusammenhang mit der Einführung des Hautkrebsscreenings als Vorsorgeuntersuchung steht“ erklärt Rauber. Die AOK rechnet damit, dass Zahlen nach einiger Zeit wieder etwas sinken werden. Insgesamt meldet die AOK in der Ortenau 36 Versicherte in stationärer Behandlung, davon 23 Männer und 13 Frauen.

Hautkrebs ist eine Erkrankung, die zunächst keine Beschwerden verursacht. „Deshalb gilt sie als besonders tückisch“, berichtet der Kundencenterleiter. Hautkrebs ist ein bösartiger Tumor der Pigmentzellen. Als Hauptverursacher gilt das UV-Licht der Sonne. Nach Schätzungen erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 200.000 Menschen an hellem und etwa 15.000 an schwarzem Hautkrebs. Die AOK rät dazu, sich vor der schädlichen Wirkung des Sonnenlichts zu schützen. Je häufiger und länger sind Menschen der UV-Strahlung aussetzen, desto größer ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. „Die Anzahl der Versicherten, die sich wegen Hautkrebs in Behandlung befinden, steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Dabei ist der Anteil der betroffenen Frauen in jüngeren Jahren höher als bei Männern. Diese sind dagegen im Alter häufiger betroffen“, so Tobias Rauber. Wie die AOK mitteilt, können für die Auswertung nur Versicherte ermittelt werden, die sich tatsächlich in ärztlicher oder stationärer Behandlung befanden. Die Dunkelziffer könnte weit höher sein.

Wenn der Hautkrebs frühzeitig erkannt wird, ist er in der Regel heilbar, viele schwere Krankheitsverläufe könnten vermieden werden. „Leider nutzt nur etwa jeder Dritte die Hautkrebsvorsorge“ bemängelt Rauber. Die AOK bietet ihren Versicherten ein sogenanntes Hautkrebsscreening bereits ab 20 Jahre alle zwei Jahre an. Dabei untersucht ein Arzt, teilweise mit Auflichtmikroskop, die gesamt Hautoberfläche. Die AOK empfiehlt ihren Versicherten diese Vorsorgeuntersuchung zu nutzen und rät auch dazu, einen ausreichenden Sonnenschutz (mindestens Faktor 30) zu verwenden sowie auf lange Sonnenbäder, insbesondere in der Mittagssonne, zu verzichten.

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