Hilfe für Krebspatienten in schwierigen Zeiten

Heilbronn. Die Corona-Pandemie lässt viele andere Erkrankungen in den Hintergrund treten. Notwendige Behandlungen werden teilweise wegen zu geringer medizinischer Kapazitäten verschoben. Dies ist insbesondere für Krebspatienten eine zusätzliche Belastung. Rund 500.000 Menschen erhalten in Deutschland pro Jahr einen Krebsbefund. 2019 erkrankten im Stadt- und Landkreis Heilbronn 207 AOK-Versicherte an Brustkrebs und 189 an Darmkrebs. Der Weltkrebstag am 4. Februar macht ihr schweres Schicksal bewusst. Die AOK Heilbronn-Franken unterstützt durch persönliche Beratung sowie die Vermittlung von Selbsthilfegruppen.

Datum: 29.01.2021 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Heilbronn

„Eine Krebsdiagnose löst bei den Betroffenen Todesängste, Wut und Hilflosigkeit aus. Sie benötigen dann viel Unterstützung und Aufklärung“, sagt Barbara Welle vom Sozialen Dienst der AOK. Zusammen mit ihrer Kollegin Josephine Pape betreut sie 275 gesundheitlich orientierte Selbsthilfegruppen in der Region Heilbronn-Franken, von denen sich 26 dem Krebs widmen. In Heilbronn sind 150 Selbsthilfegruppen aktiv, davon 13 für Krebspatienten.

 

 

 

„Betroffene sollten nicht allein bleiben mit ihrem Schmerz und ihrer Angst. Gespräche unter Gleichgesinnten helfen, informieren und machen Mut“, erklärt Diplom-Sozialarbeiterin Welle. Die AOK Heilbronn-Franken unterstützt diese wichtige Arbeit der Selbsthilfegruppen organisatorisch und mit Geldmitteln. So werden Projekte finanziert und Veranstaltungen ermöglicht.

 

 

 

Da die Krebspatienten zu den von Corona besonders gefährdeten Personengruppen zählen, sind Gruppentreffen aktuell nicht möglich. Umso wichtiger sind persönliche Beratung und individuelle Hilfestellungen. Der soziale Dienst der AOK zeigt auf, wo Betroffene, die Familie und andere Bezugspersonen praktische, soziale und psychologische Unterstützung finden.

 

 

 

Barbara Welle: „Die Pandemie hat bewirkt, dass sich viele Patienten komplett einigeln und sämtliche Aktivitäten einstellen. Dies ist auch in Bezug auf die Krebserkrankung die schlechteste Lösung.“ Wird die körperliche Aktivität über mehrere Wochen eingestellt, so hat dies auf den Körper nachweislich erhebliche negative Effekte: Bereits nach wenigen Tagen steigt der Blutzuckerspiegel, der Stoffwechsel wird heruntergefahren und auf Dauer steigt der Blutdruck. Zudem kommt es zu einem Verlust der Ausdauerfähigkeit und die Muskelkraft nimmt ab.

 

So führt ein inaktiver Lebensstil häufig zu Übergewicht. In den Fettzellen spielen sich Prozesse ab, die das Entstehen verschiedener Krebsarten begünstigen. Ein hoher Körperfettanteil erhöht das Krebsrisiko für insgesamt 13 Krebsarten.

 

 „Gerade jetzt, während des aktuell geltenden Lockdowns, ist körperliche Aktivität besonders wichtig: Sie wirkt sich positiv auf die Psyche aus und stärkt das Immunsystem“, verdeutlicht Sozialpädagogin Josephine Pape und ergänzt: "Es gibt auch in Corona Zeiten ausreichend Möglichkeiten, sein Leben bewegungsreich zu gestalten, beispielsweise mit Spaziergängen im Wald, Joggen oder Walken auf wenig frequentierten Strecken sowie mit Fitness- und Gymnastikübungen zuhause."

 

  • Für Hilfestellungen, weitere Infos und Kontakte zu Selbsthilfegruppen steht Josephine Pape, Telefon 07131 639-546, E-Mail  josephine.pape@bw.aok.de zur Verfügung.

 

 

 

(Bildunterzeile)

 

Die Diagnose „Krebs“ ist für die Betroffenen ein Schock. Umso wichtiger sind Beratung und Hilfestellungen, verdeutlicht die AOK Heilbronn-Franken zum Weltkrebstag, dem 4. Februar. Foto: AOK

 

 

 

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Dr. René Schilling

Pressesprecher

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