Hilfe für Pflegende

Mit der Pflege eines hilfebedürftigen Menschen ändert sich häufig auch das Leben der Pflegenden. Die neuen Aufgaben können für sie sehr belastend werden. Umso wichtiger ist es, dass auch sie auf Unterstützung zurückgreifen können. Die Krankenkasse AOK hat dafür spezielle Programme entwickelt, auf die die Menschen in der Region zugreifen können.

Datum: 26.02.2016 / Kategorie: Pflege und Rehabilitation

Stuttgart/Sindelfingen

Damit Pflegebedürftige im gewohnten häuslichen Umfeld verbleiben können, nehmen pflegende Angehörige oft enorme physische und psychische Belastungen auf sich. “Zu den psychischen Belastungen tritt häufig noch eine starke körperliche Beanspruchung, wie zum Beispiel beim Umlagern des Pflegebedürftigen, hinzu“, erklärt Achim Abele, Leiter des CompetenceCenters Pflege bei der AOK-Bezirksdirektion Stuttgart-Böblingen. Eine AOK-Erhebung zeigt: Pflegende sind häufiger als Nicht-Pflegende betroffen von Schlafstörungen und Rückenschmerzen und geben an, „nervös und gereizt“, „erschöpft und ausgebrannt“ und „gestresst“ zu sein.

 

Pflegende Angehörige müssen Enormes leisten. Doch dazu bräuchten sie viel mehr Beratung und Begleitung, Schulung, Entlastung und auch Anerkennung und Wertschätzung. Pflegende stellen sich und ihre Bedürfnisse oft hinten an und kennen oftmals auch gar nicht die Unterstützungsmöglichkeiten, auf die sie zugreifen können. Deswegen hat die AOK ein umfassendes Unterstützungspaket ´Hilfen für Pflegende´ geschnürt“, berichtet Abele. Dazu gehörten ambulante Gesundheitsangebote wie Rückentraining und Entspannungskurse, Beratung durch AOK-Fachkräfte, Ersatzpflege während der Inanspruchnahme der AOK-Angebote, psychosoziale Unterstützung, zum Beispiel in „Gesprächskreisen für Pflegende“ sowie Vorsorgekuren in eigenen AOK-Kliniken. Solche speziellen Kuren für Pflegende bieten bislang nur wenige Krankenkassen. „Diejenigen, die zu Hause pflegen, dürfen nicht auf sich allein gestellt sein. Dafür sorgen wir und schaffen die entsprechende Infrastruktur. Als größte Krankenkasse in Land und Region können wir Versorgung aktiv mitgestalten“, erklärt Abele die Möglichkeiten der AOK Baden-Württemberg.

 

Ein wichtiger Baustein sind hier die Vorsorgeprogramme für pflegende Angehörige in eigenen AOK-Kliniken, zum Beispiel in der Klinik Schloßberg in Bad Liebenzell oder der Klinik Korbmattfelsenhof in Baden-Baden. Drei Wochen lang werden die Teilnehmer hier von Fachpersonal psychologisch betreut, nehmen teil an Angehörigenschulungen und Themengesprächskreisen, z.B. über Demenz, erlernen Techniken zur Entspannung und Stressbewältigung oder verbessern durch Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik ihre körperliche Konstitution. Sie können übrigens auch einen Internetführerschein erwerben, damit es ihnen möglich ist, nachhaltig Kommunikation und soziale Kontakte aufrecht zu erhalten oder sich besser in Selbsthilfegruppen oder anderen Gemeinschaften zu organisieren. Während die Angehörigen bei der Kur sind, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie sich in dieser Zeit um die Pflegebedürftigen zuhause gekümmert wird: entweder in Form einer Kurzzeitpflege in einer entsprechenden Einrichtung oder die Verhinderungspflege zu Hause. Was angezeigt und geeignet ist, ist von Fall zu Fall verschieden. „Dazu sollten sich Betroffene einfach bei uns informieren“, rät Abele.

 

Die AOK hat als außerdem als einzige Krankenkasse in Baden-Württemberg einen Sozialen Dienst eingerichtet. Allein bei der Bezirksdirektion Stuttgart-Böblingen kümmern zehn Diplom-Sozialpädagogen sich insbesondere um schwierigen Pflege- und Lebenssituationen. Denn: Hinter jedem Pflegefall steckt ein Mensch, der trotz Krankheit im Alltag zurechtkommen will. Abele: „Das wollen wir möglich machen. Auf Wunsch arbeiten wir eng mit Ärzten, Pflegediensten, Therapeuten, Ehrenamtlichen und Kostenträgern zusammen. So entwickeln wir eine individuelle Lösungen für die Menschen und ihre ganz eigenen Lebenssituationen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie in jedem AOK-KundenCenter und unter www.aok.de/pflege.

 

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