Hitze macht zunehmend krank

Nicht nur die Natur leidet unter den tropischen Temperaturen. Auch den Menschen macht die Hitze immer mehr zu schaffen – in der Region zunehmend den Frauen.

Datum: 03.08.2022 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Reutlingen

Gegen schönes Wetter in den Sommerferien oder zur Urlaubszeit ist prinzipiell nichts einzuwenden. Dauern die Hitzeperioden jedoch länger an, kann es bei bestimmten Personengruppen zu Problemen kommen: bei Menschen mit allgemein schlechtem Gesundheitszustand, älteren Menschen, Babys und Kleinkinder, aber auch bei Menschen, die draußen arbeiten und sich körperlich anstrengen. Es können hitzebedingte Beschwerden bis hin zu sogenannten Hitzekrankheiten auftreten. Diese äußern sich durch heiße Haut, schneller Atmung, erhöhtem Puls, Übelkeit oder Durchfall. Hitzestress bewirkt eine Reihe von körperlichen Veränderungen. Zum Beispiel werden entzündungsfördernde Substanzen freigesetzt oder der Fettstoffwechsel wird beeinflusst, insbesondere bei Frauen. Dies belastet vor allem das Herz-Kreislauf-System. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Atemwegs-, Nieren- und Darmerkrankungen treten gehäuft auf.

 

Vor Corona stiegen die Behandlungszahlen wegen Sonnenschäden um jährlich 21,4 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Versichertendaten der AOK Neckar-Alb. Im Landkreis Reutlingen registrierte die Kasse im Hitzesommer 2019 192 Versicherte, die ambulant oder stationär behandelt werden mussten. In ganz Neckar-Alb waren es insgesamt 436 Fälle.

 

Durch die Pandemie kam es zu einem starken Rückgang der Behandlungszahlen. Die Menschen gingen weniger häufig zum Arzt und Freizeitmöglichkeiten wie Freibadbesuche oder Vereinsaktivitäten waren deutlich eingeschränkt. Die Coronajahre mit eingerechnet, steigen die Behandlungen aufgrund von Hitzeschäden um jährlich 3,8 Prozent in der Region. Besonders auffällig ist die Steigerung mit durchschnittlich 13,3 Prozent unter den Frauen, im Landkreis Reutlingen sogar um 22,8 Prozent. Ansonsten sind vor allem männliche Versicherte zwischen 20 und 30 Jahren von Sonnenschäden oder Hitzeerkrankungen betroffen.

 

 

 

Eveline Blank

Leiterin Kommunikation und Politik

E-Mail: Eveline.Blank@bw.aok.de
Telefon: 07433 262-1100
Telefax: 07433 262-91–1100
Mobil: 0162 4126693

Hindenburgstraße 25
72336 Balingen