Hohes Diabetesrisiko durch Fettsucht

Im Landkreis leiden 5.034 Übergewichtige an Diabetes Typ 2 – gravierende Folgen

Datum: 17.05.2018 / Kategorie: Sonstiges

Ludwigsburg

Übergewicht hat sich zum Volksleiden entwickelt. Etwa jeder dritte Bundesbürger ist betroffen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind 24 Prozent aller Männer und Frauen sogar stark übergewichtig. Adipositas – so der Fachausdruck für starkes Übergewicht mit einem Body-Maß-Index über 30 - ist wiederum der größte Risikofaktor für die Entstehung des Diabetes Typ 2. Rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland mit Diabetes Typ 2 sind auch adipös. Darauf weist die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr anlässlich des Europäischen Adipositas-Tags, dem 19. Mai, hin.

 

Die Zahl der AOK-versicherten Übergewichtigen, die an Diabetes Typ 2 leiden, ist in den vergangenen Jahren landesweit kontinuierlich angestiegen: Von 120.208 im Jahr 2014 über 124.001 in 2015 auf 128.298 in 2016. Die entspricht einer Erhöhung von 2,0 Prozent pro Jahr in Baden-Württemberg. Im Landkreis Ludwigsburg entwickelte sich die Behandlungsrate von 5.219 Personen in 2014 über 5.309 in 2015 auf 5.034 in 2016. Im mittelfristigen Trend stieg die Erkrankungsrate im Landkreis ebenfalls um 2,0 Prozent pro Jahr.

 

Seit den 1990er Jahren hat auch das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen um mehr als 50 Prozent zugenommen. Adipositas ist damit die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden. Die Ursachen für die Entstehung der Fettsucht sind vielfältig, jedoch hat ein ungünstiger Lebensstil zu einem drastischen Anstieg geführt. Bewegungsmangel, Bequemlichkeit und der Wandel der Ernährungsgewohnheiten - Fast Food, fett- und zuckerreiche einseitige Kost - prägen diese Entwicklung. Stark Zuckerhaltige Getränke, insbesondere Softdrinks, fördern Übergewicht und Typ-2-Diabetes nachhaltig.

 

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Typ-2-Diabetes kann sich über Jahre entwickeln, ohne dass die Betroffenen etwas davon spüren. Ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, kann sich dies durch folgende Beschwerden bemerkbar machen: starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlasen, Müdigkeit und Antriebsschwäche, Übelkeit und Schwindel“.

 

Durch das Überangebot an Glukose und den dauerhaft erhöhten Insulinspiegel sinken die Sensibilität sowie die Anzahl der Insulinrezeptoren. Das ausgeschüttete Insulin reicht nicht mehr aus, um die Glukose abzubauen. Der Körper leidet somit unter einem relativen Insulinmangel und muss vermehrt neues Insulin bilden. Dies führt zu einer Überbeanspruchung der insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), was wiederum zu einer Erschöpfung des Organs und zu einer Ausbildung eines Diabetes mellitus Typ 2 führt.

 

Dr. Sabine Knapstein: „Eine Adipositas ist somit nicht nur ein kosmetisches Problem der Betroffenen, sondern auch Ursache für ernste Folgeerkrankungen, deren Therapie oft schwierig und langwierig ist“. Es sei jedoch auch eine Erkrankung, die sehr häufig mit gezielten und einfachen Maßnahmen vermieden werden könne. „Ein gesunder Lebensstil, ausgewogene Ernährung sowie ausreichende Bewegung sind die besten Voraussetzungen, Übergewicht und deren Folgeerkrankungen vorzubeugen“, verdeutlicht Dr. Knapstein.

 

Auch wer bereits erkrankt sei, könne durch einen ausgewogenen Lebenswandel dazu beitragen, die Wirkung des Insulins zu erhöhen und den Blutzuckerspiegel zu senken. „Wer sich mehr bewegt, das Rauchen aufgibt und Übergewicht abbaut, kann es schaffen, die Erkrankung sehr gut in den Griff zu bekommen“, so Dr. Knapstein. Die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr bietet allen Betroffenen kompetente Beratung und vielfältige Kurse zur Gewichtsreduktion. Informationen gibt es in allen KundenCentern und im Internet unter www.aok-bw.de, Rubrik „Gesundes Leben“.

 

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