Im Alter ändert sich Reaktionsweise auf Alkohol

Die AOK Baden-Württemberg hat Statistiken ihrer Versicherten ab 60 Jahre ausgewertet, die zwischen 2013 und 2017 aufgrund alkoholbedingter Störungen sowie Komasaufen stationär und ambulant behandelt werden mussten. Die Zahlen zeigen, dass in beiden Diagnosefeldern ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist.

Datum: 23.11.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Göppingen

Die Häufigkeit alkoholbedingter Störungen ist in den vergangenen fünf Jahren bei Versicherten ab 60 Jahre um jährlich 2,3 Prozent gestiegen. Das Phänomen Komasaufen legte in dieser Altersgruppe im genannten Zeitraum jährlich um 0,5 Prozent zu.

 

Im Landkreis Göppingen mussten allein 2017 insgesamt 614 AOK-Versicherte ab 60 Jahre aufgrund psychischer und verhaltensbedingter Störungen behandelt werden.

 

„Eine Alkoholabhängigkeit kann sich auch noch im höheren Alter entwickeln oder sich weiter verfestigen. Wer trinkt, um körperliche Beschwerden zu lindern oder negative Gefühle wie zum Beispiel Trauer, Einsamkeit oder Langeweile besser ertragen zu können, ist gefährdet“, erläutert AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Sie ergänzt: „Im Alter ändert sich die Reaktionsweise des Körpers auf Alkohol. Mit zunehmendem Alter nimmt die Alkoholverträglichkeit ab. Das liegt unter anderem daran, dass der Wasseranteil im Körper sinkt. Dadurch verteilt sich die gleiche Menge getrunkenen Alkohols bei älteren Menschen auf weniger Körperflüssigkeit und führt zu einem höheren Alkoholpegel.“

 

Insgesamt gesehen zeigen in Deutschland etwa 9,5 Millionen Menschen einen riskanten – also gesundheitsgefährdenden – Alkoholkonsum. Riskanter Alkoholkonsum ist bei Männern stärker verbreitet als bei Frauen.

 

 

 

 

 

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