Immer mehr Kinder haben Übergewicht

Schwäbisch Hall. In einer repräsentativen Studie hat das Robert-Koch-Institut festgestellt, dass 15,4 Prozent der 3- bis 15-Jährigen erheblich übergewichtig sind. Der Anteil der adipös Erkrankten wird immer größer. Dies deckt sich mit den Zahlen der AOK Heilbronn-Franken. Im Landkreis Schwäbisch Hall stiegen die Arztbesuche von Kindern, die wegen Gesundheitsproblemen aufgrund ihres Übergewichts behandelt wurden, von 117 im Jahr 2014, über 121 im Jahr 2015, 124 im Jahr 2016, 135 im Jahr 2017 auf 169 im Jahr 2018. Dies bedeutet im Fünfjahresschnitt eine Steigerungsrate von 6,9 Prozent pro Jahr, wie die AOK zum Weltkindertag am 20. September bekannt gibt.

Datum: 09.09.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Schwäbisch Hall

 

 

Im Land Baden-Württemberg erhöhten sich die Behandlungszahlen bei den AOK-versicherten Jungen und Mädchen von 8.743 im Jahr 2014 auf 10.870 im Jahr 2018. Hier war eine jährliche Steigerung von 1,7 Prozent zu verzeichnen. AOK-Arzt Dr. Hans-Peter Zipp: „Als übergewichtig gilt ein Kind, wenn es einen Body-Mass-Index oberhalb von 90 Prozent seiner Altersgruppe hat, als adipös, wenn dieser im Altersvergleich über 97 Prozent liegt. Der BMI dient zur Abschätzung des Körperfettanteils. Hierbei wird das Körpergewicht in ein Verhältnis zur Größe gesetzt.“

 

Als „Dickmacher“ werden zu viel hoch-kalorische Nahrung, wie Fast Food oder Süßigkeiten, und zu wenig Bewegung aufgeführt. „Die Änderung des Freizeitverhaltens - weg von sportlichen Aktivitäten hin zu stundenlangem Fernsehen und Computerspielen - führt früh zu massiven Gewichtsproblemen, die sich im Erwachsenenleben fortsetzen können“, so das RKI. Dies hat zahlreiche Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes zur Folge.

 

Hohe Energiezufuhr bei geringem Verbrauch bewirkt, dass diese in Form von Fett abgelagert wird. „Bei der Gewichtsreduktion stehen deshalb langfristige Strategien im Mittelpunkt: Veränderung des Ernährungsverhaltens und Steigerung des Energieverbrauchs durch körperliche Bewegung“, verdeutlicht Elvira Föll, Ernährungsexpertin der AOK in Schwäbisch Hall, und ergänzt: „Obgleich die Erbanlagen auch unsere Gewichtsentwicklung beeinflussen, sind diese nur selten für Adipositas im Kindes- und Jugendalter maßgeblich verantwortlich. Die Ursachen liegen vor allem in den Lebensbedingungen: Bewegungsmangel gekoppelt mit ungeeigneten Lebensmitteln.“

 

Die Ernährungsfachkräfte der AOK bieten hilfesuchenden Eltern und Kindern professionelle Unterstützungsangebote zur Gewichtsreduktion. Sie beraten über eine zielführende Ernährungsumstellung und begleitente Sportangebote. Informationen gibt es in jedem KundenCenter der AOK Heilbronn-Franken und im Internet unter www.aok.de, Rubrik „Gesundes Leben“, „Ernährung und Abnehmen“.

 

 

 

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