Immer mehr Menschen leiden unter Angststörungen

2016 waren im Rems-Murr-Kreis 5.598 AOK-Versicherte in Behandlung

Datum: 09.05.2018 / Kategorie: Sonstiges

Waiblingen

Die Zahl der Patienten, die wegen Angststörungen einen Arzt konsultiert, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dies teilt die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr mit. Waren 2012 landesweit noch 114.725 AOK-Versicherte wegen Phobien, Panikstörung und anderen Angststörungen in Behandlung, erhöhte sich diese Zahl bis 2016 kontinuierlich auf 155.165. Im Rems-Murr-Kreis stieg die Zahl der Betroffenen im gleichen Zeitraum von 4.111 auf 5.598 Personen.

 

Im 5-Jahreszeitraum, von 2012 bis 2016, gingen die Behandlungszahlen im Landkreis durchschnittlich um 6,1 Prozent pro Jahr nach oben, in Baden-Württemberg waren es jährlich 5,8 Prozent. Insgesamt ließen sich 2016 im Rems-Murr-Kreis 3,7 Prozent aller AOK-Versicherten wegen Angstzuständen therapieren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter an und erreicht einen Höhepunkt in der Altersgruppe der 60 bis 64-Jährigen. Danach fällt sie wieder ab.

 

Angststörungen werden oft nicht erkannt, weil Patienten häufig über Schmerzen, Schlafstörungen oder andere körperliche Beschwerden klagen, aber ihre Ängste beim Arzt nicht ansprechen“, verdeutlicht AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein.

 

Die Medizinerin erläutert: „Angst ist ein normales Gefühl, das uns vor gefährlichen Situationen schützen soll. Bei Menschen, die an einer Angststörung erkrankt sind, tritt die Angst auch in Situationen auf, die keine Gefahr darstellen. Das Gefühl nimmt überhand und ist nicht mehr zu kontrollieren“. Dies bewirke erhebliche Belastungen bei den Betroffenen, die bis zur Arbeitsunfähigkeit führen könnten. Häufig gingen Angstzustände mit körperlichen Symptomen wie Schwindel, Kreislaufbeschwerden und Übelkeit einher. Die Furcht führe zu Konzentrationsschwierigkeiten, motorischer Unruhe, dem Gefühl zu ersticken, Schlafstörungen, häufigem Harndrang, Nervosität, Müdigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen.

 

„Bei Patienten mit einer diagnostizierten Angststörung treten häufig auch Depressionen und Suchterkrankungen auf“, ergänzt Dr. Knapstein. Bevor sich Arzt und Patient für einen Behandlungsplan entscheiden, sollten verschiedene individuelle Umstände und soziale Faktoren gründlich geprüft werden. Dabei spielten die Präferenzen des Patienten ebenso eine Rolle wie der Schweregrad der Erkrankung, Einschränkungen im Alltag, Einbindung in das soziale Netz und zahlreiche weitere Aspekte. Wesentliche Maßnahmen seien unter anderem Psychotherapie, je nach Ausprägung der Erkrankung Medikamente sowie Unterstützung zur Lebensbewältigung und -gestaltung. Hilfreich könne auch Ausdauersport sein.

 

Hilfestellungen biete das AOK Facharztprogramm Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Dr. Sabine Knapstein: „Patienten, die am Haus- und Facharztprogramm der AOK Baden-Württemberg teilnehmen, erhalten schneller einen Termin beim Spezialisten und umfassende Hilfestellungen, die eigene Lebenssituation zu stabilisieren“.

 

Kontakt zur Pressestelle

Nina Lägel

E-Mail: pressestelle-lbr@bw.aok.de
Telefon: 07141 136-113
Telefax: 07141 136-91113
Mobil: 01520 1570317

Gottlob-Molt-Straße 1
71636 Ludwigsburg