Immer mehr Menschen mit Laktoseintoleranz und Gluten-Unverträglichkeit an Hochrhein und Bodensee

Die AOK-Bezirksdirektion veröffentlicht aktuelle Zahlen zur Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Zwischen Weil am Rhein und Stockach nehmen die Fälle zu.

Datum: 30.01.2018 / Kategorie: Gesundheitstipps

Waldshut-Tiengen / Konstanz / Lörrach

Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit sind in Südbaden auf dem Vormarsch. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee. 2016 zählte die Gesundheitskasse 1.237 Versicherte mit einer Unverträglichkeit von Milch und Milchprodukten. 2012 waren es noch 728 Fälle – eine Steigerung um knapp zehn Prozent im Fünf-Jahres-Zeitraum. Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Und während 2012 noch 123 Versicherte wegen Glutenunverträglichkeit zum Arzt gingen, waren es 2016 bereits 222 – eine Steigerung um mehr als 14 Prozent. Auch hier sind überwiegend Frauen die Leidtragenden.

 

„Der Anstieg der Fallzahlen hat möglicherweise auch damit zu tun, dass Betroffene, aber auch Ärzte sensibler für das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten geworden sind“, glaubt Sandra-Kristin Bekers, Ernährungsberaterin im AOK-Gesundheitszentrum in Waldshut-Tiengen. Daher würden Erkrankungen inzwischen schneller erkannt. „Anzeichen für Laktoseintoleranz sind unter anderem ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, Unterbauchschmerzen, Durchfall bis hin zu Übelkeit oder Erbrechen und manchmal auch Verstopfung“, erklärt die Ernährungsexpertin. „Die Beschwerden treten auf, kurz nachdem Betroffene Milch oder Milchprodukte zu sich genommen haben.“

 

Welche Laktosemenge Beschwerden auslösen kann, sei von Person zu Person unterschiedlich und müsse individuell ausprobiert werden. Eine primäre, also angeborene Laktoseintoleranz könne nicht geheilt werden. „Wer aber seine Ernährung anpasst, kann beschwerdefrei leben“, führt die Ernährungsberaterin weiter aus. Wichtig sei aber, immer auf eine ausreichende Dosis Kalzium zu achten. Beispielsweise mit laktosefreien Milchprodukten und grünen Gemüsen wie zum Beispiel Grünkohl und Brokkoli könne das sichergestellt werden.

 

Niedriger sind die Fallzahlen bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit Zöliakie, also die Unverträglichkeit von Gluten. Die Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut gegenüber Gluten beruht. Gluten ist ein Eiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt, beispielsweise in Weizen, Dinkel und Roggen. Die Glutenunverträglichkeit bestehe in der Regel lebenslang, meint Ernährungsexpertin Bekers. „Mit glutenfreien Produkten ist die Zöliakie in den Griff zu bekommen und eine beschwerdefreie Ernährung möglich.“

 

Die Palette an laktose- und glutenfreien Produkten habe in den letzten Jahren immens zugenommen. Für die Betroffenen sei das eine große Erleichterung. „Jedoch erweckt der Hersteller oft den Eindruck, dass diese Produkte generell gesünder sind, so dass auch immer mehr gesunde Menschen zu diesen Produkten greifen“, meint Tanja Demel. „Dies ist völlig unnötig, denn wer keine Laktose- oder Gluten-Unverträglichkeit hat, benötigt diese Spezialprodukte nicht und schont gleichzeitig seinen Geldbeutel.“

 

Und noch eine gute Nachricht: Laktose-Intoleranz ist keine Krankheit, sondern eine Unverträglichkeit. Sie birgt keine weiteren Risiken, sofern Betroffene auf eine ausgewogene Ernährung achten. Studien zeigen aber auch, dass die deutliche Mehrheit der Menschen, die angeben unter einer Unverträglichkeit zu leiden, aus medizinischer Sicht keine Unverträglichkeit aufweisen.

 

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