Immer mehr Menschen sind wegen Schlafstörungen in Behandlung - Frauen schlafen im Landkreis Calw am besten

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Südwestkasse hat die große Mehrheit der Baden-Württemberger (85 %) laut eigenem Bekunden in der Regel einen erholsamen Schlaf. Nur 13 Prozent sagen, dass ihr Schlaf weniger oder überhaupt nicht erholsam ist. Die Mehrheit der Befragten nutzt der Studie zufolge noch kurz vorm Schlafengehen Laptop oder Handy.

Datum: 07.06.2018 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Pforzheim

Sinkende Konzentrationsfähigkeit, Gereiztheit, Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit, so wirkt sich Schlafmangel aus. Studien haben gezeigt, dass bei Menschen, die über lange Zeit zu wenig schlafen, das Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöht ist. Im Schlaf erneuern sich Gehirnverbindungen und das Immunsystem wird gestärkt. Ausreichender Schlaf erhöht das Leistungsvermögen, die Aufmerksamkeit, Lern- und Gedächtnisprozesse sowie das emotionale Befinden.

 

Im Nordschwarzwald sind 11.901 Versicherte wegen Schlafstörung in ambulanter oder stationäre Behandlung. Verteilt auf die Stadt Pforzheim sind das 3.278, dem Enzkreis 3.572, sowie dem Landkreis Calw 2.716 und dem Kreis Freudenstadt mit 2.335 Menschen. Dabei geht es recht ausgewogen innerhalb der Gelechter zu. Nur im Keis Calw sind die Frauen mit 2,4 Prozent Veränderungsrate in den letzten fünf Jahren einsame Spitze. Die Steigerungsrate in Pforzheim liegt bei 6,5 Prozent, im Enzkreis bei 5,4 Prozent, in Freudenstadt bei 5,1 Prozent und im Kreis Calw bei 4,0 Prozent. Eine eindeutige Erklärung hierfür gibt es nicht. Die Gründe für die jährlich zunehmende Zahl an Menschen die unter Schlafstörungen leiden sind vielschichtig. Jedoch geben 44 Prozent in der Forsa-Studie an, vor dem zu Bett gehen PC, Tablet oder Handy zu nutzen und 23 Prozent sogar noch im Bett - die Jüngeren eher als die Älteren und Frauen eher als Männer.

 

Meist tragen mehrere Faktoren zu Schlafstörungen bei, unter anderem seelische Belastungen wie beruflicher und familiärer Stress oder Geldsorgen, aber auch der Lebensstil und Erkrankungen, beispielsweise Depressionen oder Schilddrüsenüberfunktion, spielen eine Rolle, so Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin der AOK Baden-Württemberg. Häufig erschweren Stress und seelische Belastungen das Ein- und Durchschlafen. Meist klingen diese Schlafstörungen ab, sobald die Belastung nachlässt. Hält sie jedoch lange Zeit an oder bleiben die Schlafstörungen darüber hinaus bestehen, sollte man zum Hausarzt.

 

Schlafmangel schmälert nicht nur die Lebensqualität. Er erhöht auch das Unfallrisiko, beispielsweise im Straßenverkehr oder auch am Arbeitsplatz. Für Menschen, die regelmäßig schlecht schlafen, ist es daher wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Es gibt eine Reihe von Gewohnheiten, die den Schlaf beeinflussen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Schlafhygiene. So ist es wichtig, dass es im Schlafzimmer dunkel und ruhig ist. Ein fester Zeitplan und klare Gewohnheiten unterstützen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt in der Regel positiv auf die Schlafqualität. Man sollte allerdings nicht kurz vor dem Schlafengehen trainieren. Alkohol gilt als eine der häufigsten Ursachen von Schlafstörungen. Viele Menschen schlafen zwar schneller ein, wenn sie Alkohol getrunken haben, aber der Schlaf ist dann viel weniger erholsam. Wer weniger Alkohol trinkt, schläft also besser und ist erholter.

 

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