Insektenstiche – von harmlos bis tödlich

In der heißen Jahreszeit summt und brummt es in der Luft. Unzählige Insekten sind unterwegs. Beim Freibadbesuch, Spaziergang oder Eisschlecken läuft man Gefahr, von einer Biene oder Wespe gestochen zu werden. Was für die meisten mit einem kurzen Schmerz, Juckreiz und einer kleinen Schwellung glimpflich ausgeht, kann für Allergiker böse Folgen haben.

Datum: 25.07.2016 / Kategorie: Gesundheitstipps

Main-Tauber-Kreis

Im Jahr 2014 wurden in der Region Heilbronn-Franken 2.654 AOK-Versicherte wegen Insektenstichen ärztlich behandelt. Dies ist landesweit die höchste Zahl an Betroffenen. Im Main-Tauber-Kreis waren es im gleichen Zeitraum 437 Menschen. Die Daten der AOK Baden-Württemberg gelten als repräsentativ, denn mit einem Marktanteil von 43 Prozent ist sie die größte Krankenversicherung im Land.

Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts haben ergeben, dass etwa 25 Prozent der Bevölkerung unter „allergisch verursachten örtlichen Reaktionen“ leiden. Bis zu 3,5 Prozent entwickeln eine potentiell lebensbedrohende Anaphylaxie, wie die gefährliche Körperreaktion auf das Insektengift genannt wird. Im schlimmsten Fall führt dies zu Atemnot, starkem Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Herzkreislauf- und Atemstillstand. Pro Jahr werden etwa 20 dieser Todesfälle in Deutschland dokumentiert, wobei die Dunkelziffer deutlich höher sein dürfte.

Grundsätzlich sollten Insektenstiche vermieden werden. Zuckerhaltige Getränke und Speisen locken vor allem Wespen an. Ist eines der Tiere im Anflug, bloß nicht hektisch herumwedeln oder -schlagen! Bienen und Wespen stechen nicht, um anzugreifen, sondern um sich zu verteidigen. Gläser und Flaschen sollte man immer abdecken, da sonst unbemerkt ein Tier hineingelangen und beim Trinken verschluckt werden könnte. Weitere Vorsichtsmaßnahmen: Nicht barfuß auf blühenden Wiesen herumlaufen und Abstand zu Insektennestern und -schwärmen halten.

Wenn man doch gestochen wird, rät AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Insektenstiche sind lästig, aber meist nicht weiter schlimm. Die betroffene Körperstelle kann mit einem kühlen und feuchten Umschlag oder speziellen Salben behandelt werden.“ Anders verhält es sich, wenn man allergisch reagiert. Umgehend ist ein Arzt aufzusuchen, wenn eine Gliedmaße nach einem Stich stark anschwillt. „Bei zusätzlicher Atemnot, Schwindel oder starkem Herzklopfen, sollte schnell ein Notarzt gerufen werden“, so Dr. Knapstein. Bei einer diagnostizierten Allergie könne der Arzt eine entsprechende Therapie, eine Hyposensibilisierung, gegen Wespen- oder Bienenstiche verordnen. Eine solche Immuntherapie schütze vor erneuten lebensbedrohlichen Reaktionen.

  • Weitere Informationen finden Sie im Internet unter

aok-on.de/gesundheit-leben/insektenstiche

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