Internationaler Familientag 2018 am 15. Mai. Mit Liebe, Regeln und Geduld – so werden Kinder glücklich groß

Am 15. Mai ist der Internationale Tag der Familie. Anlässlich dieses von den Vereinten Nationen eingeführten Jahrestags gibt die AOK Ostwürttemberg Tipps, auf was Eltern bei der Erziehung achten sollten und wie sie mit Stress umgehen sollten. Hierzu ein Interview mit AOK-Kinderarzt Dr. Hans-Peter Zipp.

Datum: 11.05.2018 / Kategorie: Kindergesundheit

Schwäbisch Gmünd, Aalen, Heidenheim

Bilder im Anhang

 

Die Familie ist wieder da! Die AOK Ostwürttemberg freut sich, mitzuteilen, dass im Jahr 2017 12.023 Kinder zwischen 0 und 7 Jahren bei ihr familienversichtert waren. Seit 2010 ist die Zahl der Kinder in diesen Altersklassen bei der Gesundheitskasse um 28 Prozent gestiegen. Passend zum Familientag liefert die AOK Ostwürttemberg Tipps, damit Kinder glücklich aufwachsen.

 

Tipp1: Bewegt, fit und gesund

 

Die meisten Kinder lieben Bewegung. Und das ist gut so, denn Bewegung senkt das Risiko für die Entstehung von Krankheiten und Haltungsschäden. Kindergartenkinder sollten pro Tag mindestens 30 Minuten Sport treiben, 90 Minuten toben und spielen und sich zusätzlich 60 Minuten bewegen. Der Weg zum Kindergarten oder zur Schule wird zu Fuß, mit Rad oder Roller zurückgelegt. Und Toben auf dem Spielplatz sorgt dann für die restliche Bewegungszeit. Sollten Sie selbst nicht genug Zeit dafür haben, melden Sie Ihr Kind doch im Sportverein an.

 

Tipp 2: Gesundheit geht durch den Magen

 

Die Grundlagen für ein gesundes Essverhalten werden in der Kindheit in den ersten zehn Jahren gelegt. Deshalb sollte die Familienküche frisch, vollwertig, bunt und abwechslungsreich sein. Bunt wird’s durch Gemüse und Obst, Getreideprodukte sorgen zusätzlich für Ballaststoffe und Milchprodukte gibt’s für starke Knochen. Naschen ist erlaubt, aber in Maßen und am besten nur zu bestimmten Zeiten. Und natürlich Trinken nicht vergessen. Am besten Wasser oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee.

 

Tipp 3: Früherkennung lohnt sich

 

Die AOK erinnert regelmäßig an die Früherkennungsuntersuchungen der Kinder. Bei Fragen zur körperlichen, psychischen und emotionalen Entwicklung ist ein Arzt der richtige Ansprechpartner. Er kann beurteilen, ob sich Ihr Kind altersgemäß verhält oder ob gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen. Je früher Entwicklungsverzögerungen oder andere Entwicklungen erkannt werden, desto einfacher können sie in der Regel therapiert werden.

 

Tipp 4: Keine Panik

 

Ihr Kind fühlt sich nicht wohl? Jetzt heißt es Ruhe bewahren, genau hinsehen und dann entscheiden, was zu tun ist. Eine Erkältung ohne Fieber können Sie mit Hausmitteln selbst bekämpfen. Bei einem aufgeschrammten Knie oder einer leichten Verstauchung helfen ein Pflaster oder Sportsalbe und liebevoller Zuspruch. Ist der Gang zum Arzt einmal notwendig, machen Sie Ihrem Kind keine falschen Versprechungen und stellen Sie auch keine Belohnung in Aussicht. Ein solches Verhalten macht Ihr Kind nur misstrauisch und führt vielleicht zu Enttäuschungen und einem Vertrauensverlust. Erklären Sie Ihrem Kind, dass der Arzt versuchen wird, ihm zu helfen. Und selbstverständlich dürfen ein Kuscheltier zum Trösten und ein Lieblingsbuch für die Zeit im Wartezimmer mit.

 

Gestresste Kinder – das muß nicht sein

 

Interview mit Dr. Hans-Peter Zipp, Kinder- und Jugendarzt bei der AOK Baden-Württemberg, gibt Auskunft, wie man Stress vermeiden kann.

 

Wie strukturiert man den Kinderalltag möglichst stressfrei für Kind und Eltern?

 

Entschleunigen Sie den Alltag für Ihr Kind. Ein strukturierter Tagesablauf, der dem Kind Freiräume zur Entspannung schafft, und ein maßvolles Freizeitprogramm sind ein guter Ausgleich zu festen Terminen wie Kindergarten oder Schule. Durch Ruhe und Rituale, wie zum Beispiel gemeinsames Mittagessen oder Vorlesen beim Zubettgehen können Eltern ihren Kindern weitergehende Orientierung und Unterstützung in Stresssituationen bieten.

 

Ab wann wird es stressig fürs Kind?

 

Wichtig ist, den Terminplan des Kindes kritisch anzuschauen und mit ihm über die Aktivitäten zu sprechen. So können Eltern ein Feingefühl dafür entwickeln, was dem Kind Spaß macht und was es womöglich überfordert. Kindern tut es gut, wenn sie die Möglichkeit haben, selbst Ideen zur Freizeitgestaltung zu entwickeln. Was hingegen eher schadet: Wenn Kinder ständig mit immer neuen Aktivitäten konfrontiert oder bei Langeweile sofort abgelenkt werden.

 

Wie sieht es bei Trotzphasen und Wutanfällen aus? Was geht da im Kind vor und wie reagiere ich angemessen?

 

Kinder können ihren Bedürfnissen nicht immer sprachlich Ausdruck verleihen. Sie loten ihre Grenzen aus und zeigen Reaktionen, die von uns Erwachsenen als Wut und Trotzverhalten wahrgenommen werden. In dieser Autonomiephase machen die Kinder wesentliche emotionale Entwicklungsschritte und Erfahrungen mit ihren Gefühlen. Wut als normales Element des kindlichen Gefühlsrepertoires sollte sich freilich nicht ungesteuert entladen, ein Zornausbruch in moderate Bahnen gelenkt werden. Eltern sollten diesen nicht persönlich nehmen und versuchen, die Situationen so zu gestalten, dass ein Wutausbruch unnötig wird. Während eines solchen Ausbruchs sollten Eltern ohne große Eile reagieren. Das Kind anzuschreien, zu bestrafen oder ihm Vorwürfe zu machen, wird die Situation eher noch weiter verschärfen.

 

Was kann ich tun, damit mir nicht der Geduldsfaden reißt?

 

Eine respekt- und liebevolle Atmosphäre unterstützt das Bemühen, Wutanfälle und Trotzphasen zu steuern und abzuschwächen. Eine Chance, den Schaden zu begrenzen, kann sein, das Kind vom Auslöser seiner Aggression zu trennen und auf sein Zimmer zu schicken oder zu bringen. Das darf dem Kind allerdings nicht im Sinne einer Bestrafung vermittelt werden.

 

Wenn der Geduldsfaden reißt? Wie schlimm ist das für das Kind?

 

Die Geduld der Eltern wird in den Trotzphasen auf eine harte Probe gestellt. Da kann es schon mal vorkommen, dass Eltern sich nicht mehr ganz steuern können. Reaktionen wie Ärger, Traurigkeit und Reizbarkeit sind normal. Diese Gefühle ihrer Eltern dürfen und sollten Kinder auch mit Blick auf ihre Persönlichkeitsentwicklung auch spüren. Komplett abzulehnen ist dagegen die Ausübung von psychischer oder körperlicher Gewalt im Umgang mit Kindern.

 

Entspannte Eltern – entspannte Kinder: Stimmt das so?

 

Eltern sollten hinterfragen, wie sie mit Stress, der zum Leben mal mehr, mal weniger dazu gehört, umgehen, und diesen nach Möglichkeit von den Kindern fernhalten. Kinder nehmen eine gereizte Stimmung oder Stressreaktionen der Eltern wahr und reagieren auf diese. Ein entspanntes Verhalten der Eltern ist insofern für die Interaktion mit den Kindern förderlich.

 

Überträgt sich Stress der Eltern aufs Kind und macht diese krank?

 

Kinder spüren elterlichen Stress und müssen lernen, damit umzugehen. Ob sich dieser Stress negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirkt, hängt von den jeweiligen Umständen ab, wie zum Beispiel der Anlass für den Stress und wie lange er andauert, sowie davon, wie die Eltern auf ihren Stress reagieren. Kinder sollten Stress der Eltern keinesfalls als Katastrophe erleben, sondern von den Eltern motiviert und unterstützt werden, Belastungen zu bewältigen.

 

Zu guter Letzt, was ist mit Schreibabys? Wie kann Mutter und Vater trotzdem gelassen bleiben? Wann sollte man sich Hilfe holen?

 

Eltern müssen erkennen, warum das Baby schreit und lernen, wie sie am besten darauf antworten können. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Ursachen vom Kinderarzt abklären. Führt der Umgang mit dem schreienden Baby zur Überforderung und zum Verlust der Kontrolle über das eigene Verhalten, ist fachkundige Hilfe angebracht. Auch in diesem Fall ist Ihr Kinderarzt der erste Ansprechpartner, der professionelle Hilfe vermitteln kann.

 

Bild 1: Kinder sollten sich spielend viel bewegen. Das verhindert Haltungsschäden und senkt das Risiko an Krankheiten, wie Diabetes zu erkranken.

 

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Quelle:  AOK Mediendienst

 

Bild 2: AOK- Kinderarzt Hans-Peter Zipp rät zu mehr Gelassenheit im Umgang mit Kindern .

 

Quelle: AOK Baden-Württemberg

 

 

 

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