Jeder Beschäftigte fehlt rund 18 Tage im Jahr

Der Krankenstand im Ortenaukreis ist konstant. Dies hat die AOK auf Grundlage der Krankmeldungen ihrer Versicherten im Ortenaukreis berechnet

Datum: 28.04.2015 / Kategorie: Krankenstand

„Von 1000 Beschäftigten im Ortenaukreis waren im letzten Jahr an jedem Tag 49 arbeitsunfähig erkrankt“, erklärt Tobias Rauber, Leiter des AOK-Kundencenters in Offenburg. Dies entspricht exakt dem Landestrend. „Mit 55,6 Prozent war mehr als jeder Zweite im Kreis mindestens einmal krank geschrieben“. Dabei stellte die AOK einen leichten Rückgang zu 2013 fest. Am meisten Betrieb herrschte in den Arztpraxen im Februar, am wenigsten in den Urlaubsmonaten Juni und August.

Mit 6,4 Prozent hatte die Branche Energie/Wasser/Entsorgung und Bergbau den höchsten Krankenstand, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe, Baugewerbe und Öffentliche Verwaltung. Beschäftigte in Land- und Forstwirtschaft sowie Banken und Versicherungen waren dagegen deutlich seltener krank. Der Anteil der Krankheitstage durch psychisch bedingte Erkrankungen ist mit knapp 10 Prozent unverändert hoch. Die Statistik nach Krankheitstagen wird von Muskel-Skelett-Erkrankungen angeführt (23 Prozent), gefolgt von Verletzungen (12 Prozent) sowie psychischen Erkrankungen (9,9 Prozent) und Erkrankungen der Atemwege (9,8 Prozent). „Schaut man auf die Anzahl der Erkrankungsfälle, dann findet man mit 20,7 Prozent die höchste Anzahl bei den Erkrankungen der Atemwege, gefolgt von den Muskel-Skeletterkrankungen“ berichtet der AOK-Chef.

Die durchschnittliche Krankheitsdauer liegt bei 18,1 Arbeitsunfähigkeitstagen. Allerdings liegt der weitaus größte Anteil bei den sogenannten Kurzzeiterkrankungen, also Erkrankungen zwischen einem und drei Tagen (41,5 Prozent aller Fälle im Ortenaukreis). Der Anteil der Arbeitsunfähigkeitsfälle mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen liegt bei 3,9 Prozent. Der Anteil der Arbeitsunfälle an allen Arbeitsunfähigkeitsfällen beträgt 3,7 Prozent. „Hier findet man den höchsten Anteil im Baugewerbe, gefolgt von der Land- und Forstwirtschaft“, so Rauber.

Aufgrund der vielen Ausfalltage spielen die Muskel-Skeletterkrankungen für die AOK nach wie vor eine große Rolle. Sie sieht hier große Chancen in der Prävention – wie etwa einem ausgewogenen Rückenkonzept. Aber auch die psychischen Belastungen können positiv beeinfluss werden, ist sich Peter Bolanz, Spezialist für Betriebliches Gesundheitsmanagement, sicher: „Viele schaffen es nicht, Arbeit und Freizeit zu trennen“ so Bolanz. Die digitale Arbeitswelt erlaubt es, auch zuhause nach Feierabend oder am Wochenende zu arbeiten. Mit dem Smartphone werden dienstliche E-Mails gelesen, man glaubt, immer und überall erreichbar sein zu müssen. Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit und Erschöpfung sind oft die Folge. „Man muss sich einfach selbstkritisch fragen, ob dieses Engagement tatsächlich von einem erwartet wird. Wir sind nicht unentbehrlich und sollten PC und Handy auch mal ausschalten“.

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