Kampf gegen Antibiotika-Resistenz - Zahl der Verordnungen gehen auch in Pforzheim und im Enzkreis zurück

Die weltweite Zunahme von Antibiotika-Resistenzen gehört nach Einschätzung der WHO zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Denn wenn diese ihre Wirkung gegen Infektionskrankheiten verlieren, besteht die Gefahr, dass eigentlich schon besiegt geglaubte Krankheiten wieder so gefährlich werden wie vor dem Antibiotika-Zeitalter (DART-Bericht Bundesregierung). Bereits heute sterben laut WHO jährlich rund 700.000 Menschen an den Folgen einer Antibiotika-Resistenz, in Deutschland sind es mindestens 10.000.

Datum: 30.06.2016 / Kategorie: AOK-Hausarztprogramm

Pforzheim

Eine wichtige Ursache ist die massive Verordnung von Antibiotika. Entsprechende Aufklärungskampagnen zeigen jedoch bereits Wirkung: Niedergelassenen Ärzte verschreiben ihren Patienten insgesamt weniger Antibiotika als noch vor einigen Jahren (Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung). Auch die aktuelle AOK-Auswertung zeigt, dass der Anteil Versicherter mit Antibiotika-Verordnungen in den letzen sechs Jahren durchschnittlich um 1,5 Prozent pro Jahr gesunken ist. Auch in Pforzheim (15.691 Verordnungen) und im Enzkreis (23.131 Verordnungen) sinken die Verschreibungszahlen. Dabei erreicht der Enzkreis mit Minus 1,2 Prozent fast den Landesschnitt. In der Stadt Pforzheim sinkt die Zahl um 0,3 Prozent.

Um die „Wunderwaffe“ Antibiotika im Kampf gegen bakterielle Infektionen nicht stumpf werden zu lassen, sind aus Sicht der Patienten vor allem zwei Dinge wichtig: der gezielte Einsatz von Antibiotika in den Fällen, in denen er medizinisch notwendig ist, und die richtige Anwendung/Dauer. Geschäftsführer Hartmut Keller: „Untersuchungen zeigen, dass Antibiotika auch in Deutschland noch zu häufig verordnet werden. So hält sich bei vielen Patienten hartnäckig die Annahme, dass Antibiotika wirksam gegen Erkältungskrankheiten sind. Dabei werden diese in der Regel durch Viren ausgelöst – Antibiotika sind dagegen völlig wirkungslos. Trotzdem werden sie manchmal dagegen verordnet – weil die Patienten es wünschen. Selbst Erkrankungen, die auf Bakterien zurückzuführen sind, beispielweise eine Mittelohrentzündung oder auch eine Blasenentzündung, erfordern nicht immer den Einsatz eines Antibiotikums. Oft genug wird die körpereigene Immunabwehr alleine damit fertig. Dann genügt es, die Symptome wie zum Beispiel Schmerzen zu behandeln. Der Arzt ist daher gefordert, aus der Vielfalt der Antibiotika ganz bewusst und kritisch das auf die jeweilige Infektion abgestimmte auszuwählen. Ärzte, die an der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) der AOK Baden-Württemberg teilnehmen, werden im Rahmen der Qualitätssicherung zu diesem Thema gezielt fortgebildet.“

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