Keine Entwarnung bei Brustkrebs

Mit rund 69.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. In der Region Heilbronn-Franken wurde das Mammakarzinom im Jahr 2016 bei 417 AOK-versicherten Frauen neu diagnostiziert. Davon entfielen auf den Stadt- und Landkreis Heilbronn 186 und auf den Hohenlohekreis 68. Etwa ein Viertel der Patientinnen verstirbt daran. In Heilbronn nimmt die Erkrankungsrate jedes Jahr um durchschnittlich 1,3 Prozent zu, im Hohenlohekreis sogar um 6,2 Prozent, wie die AOK Heilbronn-Franken in einer aktuellen Studie festgestellt hat.

Datum: 17.04.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Heilbronn und Hohenlohe

Der Krebs tritt bei älteren Frauen häufiger auf als bei jüngeren. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Wird er in einem frühen Stadium erkannt, verbessern sich die Heilungschancen erheblich. Die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen bei Frauenärzten leisten dazu einen wichtigen Beitrag und werden von der AOK in vollem Umfang bezahlt“. Ab einem Alter von 30 Jahren tastet der Gynäkologe einmal jährlich Brust und Achselhöhlen ab und achtet auf Veränderungen. Von 50 bis 69 Jahren erhalten Frauen alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammographie-Screening in einer zertifizierten Einrichtung.

 

Die Mammographie eignet sich zur Früherkennung, weil sie auch sehr kleine, nicht tastbare Knoten in der Brust sichtbar macht. In solch einem frühen Stadium kann der Tumor schonender behandelt werden als bei einer späten Entdeckung. Da es der beste Schutz gegen Brustkrebs ist, Veränderungen möglichst schnell zu erkennen, hat die AOK zusätzlich das MammaCare-Programm entwickelt und bietet an zahlreichen Orten der Region für Frauen Kurse zur Brustselbstuntersuchung an.

 

Wenn eine Brustkrebserkrankung auftritt, benötigen die Betroffenen vielfältige Unterstützung und umfassende persönliche Beratung. Dafür stehen den Patientinnen bei der AOK Heilbronn-Franken spezielle Brustkrebsberaterinnen zur Seite. Diese Ansprechpartnerinnen haben neben ihrer Grundqualifikation als staatlich anerkannte Sozialpädagogin die Zusatzqualifikation als Psychoonkologin absolviert. Für den Hohenlohekreis ist dies Martina Heiner-Wieber, Telefon: 0791 757-234, E-Mail: martina.wieber@bw.aok.de und für Heilbronn Barabara Welle, Telefon 07131 639-374, E-Mail: barbara.welle@bw.aok.de. Die Fachkräfte bieten Hilfe bei der Krankheitsbewältigung, beraten zu sozialrechtlichen Fragen, informieren über Hilfs- und Entlastungsmöglichkeiten, begleiten während der Behandlung und zeigen Möglichkeiten der medizinischen und beruflichen Rehabilitation auf.

 

Weitere wichtige Hilfestellungen erhalten Patientinnen auch bei den zahlreichen Selbsthilfegruppen nach Krebs. Hier können sich Frauen über Erfahrungen mit der Erkrankung, der Therapie und den Ärzten austauschen. Außerdem informieren Selbsthilfeeinrichtungen die Öffentlichkeit, fördern die Aufklärung und setzen sich für die Belange ihrer Mitglieder ein. In der Region Heilbronn sind Selbsthilfegruppen in Bad Friedrichshall, Heilbronn, Neckarsulm sowie Brackenheim und im Hohenlohekreis in Künzelsau und Öhringen organisiert. Barabara Welle ist auch Selbsthilfekoordinatorin der AOK Heilbronn-Franken und informiert über die Gruppen der Region sowie deren Treffs und Termine.

 

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass rund 30 von 100 Krebsfällen auf einen ungesunden Lebensstil, insbesondere auf die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, zurückzuführen sind. Dr. Sabine Knapstein: „Übergewicht, mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung beeinflussen die Entstehung von Brustkrebs nachweisbar. Ausgewogenes Essen und regelmäßiger Sport sind deshalb wichtige Faktoren zur Vorsorge“.

 

  • Informationen über MammaCare-Kurse, Ansprechpartner und Hilfestellungen vor Ort im Internet unter www.aok.de. Selbsthilfe-Infos im Internet: bw.aok.de/selbsthilfegruppen/heilbronn-franken

Kontakt zur Pressestelle

Dr. René Schilling

Pressesprecher

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