Keine Entwarnung beim Komatrinken

Statistisch gesehen stimmt die Richtung: Die Anzahl der Krankenhausfälle wegen alkoholbedingter Störungen und auch die Anzahl der Einweisungen nach Komatrinken sind rückläufig. Sowohl in Baden-Württemberg als auch in der Ortenau. Die Zahl der Menschen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, sank im Ortenaukreis von 188 Versicherten im Jahr 2017 auf 159 im Jahr 2018. Die Zahl der Behandlungsfälle aufgrund alkoholbedingter Störungen sank im gleichen Zeitraum von 368 auf 348. Diese Zahlen ermittelte die AOK Südlicher Oberrhein bei ihren Versicherten im Landkrei

Datum: 04.12.2019 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Ortenau

„Gerade jetzt, wo Weihnachtsfeiern und Silvester-Partys nicht mehr weit weg sind, lohnt es sich, mal einen Blick auf die Statistik zu werfen“, erklärt Tobas Rauber, Leiter des AOK-Kundencenters in Offenburg. „Da geht es oft feuchtfröhlich zu und der ein oder andere unterschätzt die Wirkung von Glühwein oder begrüßt das neue Jahr dann schon mal mit ein paar Gläschen zu viel“. Wie die AOK Südlicher Oberrhein weiter mitteilt, greifen deutlich mehr Männer zur Flasche als Frauen. Demnach wurden im letzten Jahr 272 Männer und 76 Frauen im Ortenaukreis mit alkoholbedingten Störungen stationär behandelt. Dabei ist die Altersgruppe der 50 bis 54-jährigen am häufigsten betroffen. Zum Vergleich: in Baden-Württemberg sank die Anzahl betroffener Versicherten von 11.454 in 2017 auf 10.939 in 2018. Die Anzahl der Komatrinker im Ländle sank von 5.431 auf 4.765. Ein Blick auf die Statistik verrät, dass bei den Komatrinkern die Altersgruppe der 15 bis 19-jährigen die mit Abstand größte Gruppe ist.

 

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben 2014 rund 28 von 100 15-Jähringen in Europa angegeben, mit 13 Jahren oder früher zum ersten Mal Alkohol getrunken zu haben. Im Jahr 2002 lag diese zahl noch bei 46 von 100 Mädchen und Jungen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geht davon aus, dass rund 35 von 100 Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren noch nie Alkohol getrunken haben. Bei den Mädchen lag diese Zahl bei knapp 41 von 100. „Diesen Trend bewerte ich zwar positiv“, erklärt Tobias Rauber, „aber es gibt Studien, die zeigen, dass Jugendliche, die besonders früh beginnen, Alkohol zu trinken und viel Alkohol konsumieren, ein erhöhtes Risiko haben, im späteren Leben einen problematischen Umgang mit Alkohol oder gar eine Abhängigkeit zu entwickeln“.

 

„In Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist Alkohol als Genussmittel leider fest verankert“, berichtet AOK-Ärztin Sabine Knapstein. Und sie warnt vor den Gefahren: „Übermäßiger Alkoholkonsum kann das Risiko zum Beispiel für Krebs, neurologische Störungen, Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems, Störungen im Verdauungssystem und vor allem für Leberkrankheiten erhöhen. Übermäßiger Alkoholkonsum zählt weltweit zu den fünf bedeutsamsten Risikofaktoren für Krankheiten, Beeinträchtigungen und Sterbefälle“.

 

„Ich bin davon überzeugt, dass die Präventionsmaßnahmen greifen und der positive Trend eine Folge davon ist“, mutmaßt Tobias Rauber. „Wir dürfen bei unseren Präventionsbemühungen nicht nachlassen. Nur so können wir dazu beitragen, dass Jugendliche eine gesunde Einstellung zu Alkohol erfahren“.

 

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