Kleine Blutsauger übertragen Krankheiten

Wenn es wärmer wird, werden die Zecken munter. Ihre Bisse können Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) oder Lyme-Borreliose übertragen. Die Gefahr durch einen Biss an Borreliose zu erkranken, ist in der Region Heilbronn-Franken be-sonders hoch. Allein im Jahr 2016 wurden hier 2.012 AOK-Versicherte deshalb be-handelt. Im Main-Tauber-Kreis waren es 510, was bezogen auf die Einwohnerzahl, einen extrem hohen Wert darstellt. Von 2012 bis 2016 stiegen die Borreliose-Behandlungen im Main-Tauber-Kreis im Durchschnitt um 1,9 Prozent pro Jahr.

Datum: 01.03.2018 / Kategorie: Gesundheitstipps

Main-Tauber-Kreis

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Die Infektion mit Lyme-Borreliose kann Gelenkentzündungen, Arthritis oder Herzrhythmusstörungen verursachen.“ Die Erkrankung könne, so die AOK-Expertin, mit Antibiotika wirkungsvoll therapiert werden. Problematisch sei allerdings, dass sie oft erst Monate nach der Infektion erkannt werde. Ohne Behandlung könne es zu Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen oder Schwellungen der Gelenke kommen. In den Monaten März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten.

 

Am besten sei es deshalb, den Zecken keine Möglichkeit zu bieten, an den menschlichen Körper zu gelangen. Der Ärztin rät beim Aufenthalt auf Wiesen und im Wald lange Hosen und langärmlige Shirts zu tragen. Wiesen und Hecken sollten gemieden werden, denn Zecken lauern im Gras und in Büschen. Sie lassen sich, entgegen einer weitverbreiteten Meinung, nicht von Bäumen fallen.

 

Wer sich nach dem Aufenthalt in der Natur gründlich auf Zecken absuche, verringere die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Dr. Sabine Knapstein: „Hat sich der Blutsauger oberflächlich festgebissen, sollte das Tier möglichst schnell mit einer Zeckenzange dicht an der Haut gepackt und herausgezogen werden. Auf keinen Fall Öl oder Klebstoff verwenden und die Wunde mehrere Tage genau beobachten, ob rote Ränder entstehen. Ist die Zecke schon tiefer in die Haut gedrungen sollte ein Arzt aufgesucht werden.“   

 

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zählt der Main-Tauber-Kreis auch zu den FSME-Risikogebieten. Tritt eine FMSE-Virus-Infektion auf, kann es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit kommen. Obwohl im Jahr 2016 landesweit nur 169 Menschen daran erkrankten und im Main-Tauber-Kreis zuletzt 2013 eine Person betroffen war, rät die AOK-Ärztin Menschen, die sich viel in der freien Natur aufhalten, zu einer Schutzimpfung gegen FSME. Der Krankheitsverlauf kann zu einer Entzündung der Hirnhaut und zum Tod führen. Die Kosten dieser Impfung werden von der AOK übernommen. Der Anteil AOK-Versicherter, die im Main-Tauber-Kreis derzeit gegen FSME geimpft sind, beträgt 21,8 Prozent.

 

  • Ausführliche Informationen gibt es im Internet unter www.zecken.de

 

 

 

(Bildunterzeile)

 

Zecken können durch ihre Bisse schwere Krankheiten übertragen. Foto: AOK

 

 

 

 

 

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