Komatrinken: Anstieg von Krankenhausaufenthalten in Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall. Nachdem das Rauschtrinken über Jahre kontinuierlich rückläufig war, haben sich die Fallzahlen 2019 wieder erhöht. In Baden-Württemberg wurden 2018 insgesamt 4.783 AOK-Versicherte wegen Komatrinkens behandelt, 2019 waren es 4.803. Während in anderen Landkreisen des Landes ein Rückgang zu verzeichnen war, stiegen allein im Landkreis Hall die alkoholbedingten Vergiftungen von 126 auf 159.

Datum: 29.09.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Schwäbisch Hall

Alkoholkonsum ist für viele Menschen der Normalfall. Regelmäßiger Genuss bedingt jedoch erhebliche Gesundheitsschäden. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist bei jungen Männern jeder vierte Todesfall auf Alkohol zurückzuführen. Zwar ist die Fallrate der Krankenhausbehandlungen bei AOK-Versicherten von 2014 bis 2018 landesweit bei den Männern jährlich um 4,9 Prozent und bei den Frauen um 5,2 Prozent gesunken. Doch die positive Nachricht bekommt bei näherem Hinsehen einen faden Beigeschmack: 2019 ist wieder ein deutlicher Anstieg festzustellen. In Hall gegenüber dem Vorjahr um 33 Fälle. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 45 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

 

 

 

Positiv sind die Entwicklungsdaten beim Komatrinken von Jugendlichen: Die Krankenhauseinlieferungen von AOK-Versicherten nahmen in Baden-Württemberg in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 5 Prozent ab. Ein riskanter Alkoholkonsum ist laut Robert-Koch-Institut noch bei knapp 16 Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren festzustellen, regelmäßiges Rauschtrinken bei 11,5 Prozent.

 

 

 

Während auf dem Höhepunkt der Welle des Komatrinkens bei dieser Altersgruppe im Jahr 2011 landesweit noch 1.366 Krankenhausbehandlungen bei AOK-versicherten Jugendlichen zu verzeichnen waren, fiel hier die Zahl seitdem kontinuierlich: Auf 994 im Jahr 2014, 994 im Jahr 2016 und 844 stationäre Behandlungen im Jahr 2018. In der Region Heilbronn-Franken wurden im vergangenen Jahr 91 Jugendliche – 42 Frauen und 49 Männer – wegen Komatrinkens im Krankenhaus behandelt.

 

 

 

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Dass die Fälle von Alkoholvergiftungen hier weniger werden zeigt, dass die Präventionsmaßnahmen der Suchtberatungsstellen und Schulen greifen. Jugendliche trinken seltener Alkohol und das Einstiegsalter verschiebt sich nach hinten.“ Trotz der positiven Entwicklung müsse noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

 

 

 

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