Komatrinken: Erstmals mehr Mädchen als Jungen im Krankenhaus

AOK: „Fallzahlen insgesamt gehen in Stuttgart zurück.“

Datum: 09.06.2015 / Kategorie: Gesundheit und Prävention

Stuttgart

Die Zahl der Stuttgarter, die nach exzessivem Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Versichertendaten der AOK Stuttgart-Böblingen. Waren es 2013 noch 428 stationäre Behandlungen, zählte die Krankenkasse 2014 nur noch 412 Einlieferungen.

Im Jahreslauf stechen drei Monate besonders ins Auge: Die meisten Fälle passieren im Fastnachtsmonat Februar, gefolgt vom Juli, wenn die Ferien beginnen und die sommerlichen Grill- und Straßenfeste anstehen. Außerdem schlägt die Fallzahlenkurve zum Jahreswechsel deutlich nach oben aus.

Auffällig bei der Auswertung der Daten für das vergangene Jahr ist eine Verschiebung bei den geschlechterspezifischen Anteilen. Zwar sind im Stadtkreis Stuttgart noch immer mehr als drei Mal so viele Männer wie Frauen von schwerem Alkoholmissbrauch betroffen. Allerdings sind die Fallzahlen bei Männern über alle Altersgruppen hinweg zwischen 2013 und 2014 von 334 auf 315 zurück gegangen, bei Frauen hingegen von 94 auf 97 leicht gestiegen.

Noch sehr viel stärker ausgeprägt ist diese Entwicklung bei der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen: „Erstmals beobachten wir hier mehr Einlieferungen von Mädchen als von Jungen“, so AOK-Geschäftsführer Christian Kratzke. Bei den männlichen Jugendlichen hält der Abnahmetrend bei den Fallzahlen seit 2011 stabil an: Hier führte Alkoholmissbrauch 2011 zu 43 stationären Behandlungen, 2012 zu 39 und 2013 zu 28; 2014 mussten lediglich 10 junge Männer dieser Altersgruppe stationär behandelt werden. Bei den gleichaltrigen Mädchen hingegen sorgte das Jahr 2014 für eine negative Trendwende: Nach rückläufigen Zahlen von 2011 bis 2013 wurden 2014 wieder mehr junge Frauen wegen exzessiven Alkoholkonsums in Stuttgarter Kliniken behandelt (2011: 23; 2012: 20; 2013: 9; 2014: 15).

Die Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen ist im Fokus der AOK-Auswertung, da diese Gruppe besonders gefährdet ist. Gerade in diesem Alter ist der Rausch besonders gefährlich, da der Alkohol vom Körper nur sehr langsam abgebaut wird und schon kleine Mengen zu schweren Schädigungen, insbesondere im Gehirn, führen können. Gleichzeitig ist dieses Alter das klassische Einstiegsalter für den Missbrauch von Alkohol.

"Wir dürfen in unseren Präventionsmaßnahmen nicht nachlassen und müssen das Thema immer wieder ansprechen“, erklärt Geschäftsführer Kratzke. „Gerade gegenüber Jugendlichen und gerade gegenüber Mädchen und jungen Frauen.“ Die AOK Stuttgart-Böblingen unterstützt die Arbeit der Suchtbeauftragten der Stadt Stuttgart.

Für Krankenhausbehandlungen nach Alkoholmissbrauch hat die AOK Baden-Württemberg im vergangenen Jahr 6,4 Millionen Euro ausgegeben.

Anmerkung für die Redaktionen

Selektionskriterium: alle Krankenhausfälle mit der Hauptdiagnose F10.0 (Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol - Akute Intoxikation [akuter Rausch])

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