Komatrinken immer weniger angesagt

Steigende Temperaturen, zahlreiche Feste und auch die Fußball-Europameisterschaft werfen ihre Schatten voraus – in den nächsten Wochen gibt es viele Gelegenheiten für ein gemütliches Beisammensein in geselliger Runde. Das Feiern und Feste nicht zwangsläufig im Vollrausch enden müssen, wird aber offenbar immer mehr Menschen bewusst. So ist die Fallrate der Krankenhausbehandlungen im Jahr 2015 gegenüber dem Mittelwert von 2007 bis 2014 in Baden-Württemberg bei den Männern um 21,9 Prozent und bei den Frauen um 10,2 Prozent gesunken. Auch in der Kurpfalz ist die Zahl derer, die wegen Alkoholexzessen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ebenfalls rückläufig. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 43 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

Datum: 06.06.2016 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Mannheim

Zahlen der AOK Rhein-Neckar-Odenwald zeigen rückläufige Krankenhauseinweisungen

 

 

 

Steigende Temperaturen, zahlreiche Feste und auch die Fußball-Europameisterschaft werfen ihre Schatten voraus – in den nächsten Wochen gibt es viele Gelegenheiten für ein gemütliches Beisammensein in geselliger Runde. Das Feiern und Feste nicht zwangsläufig im Vollrausch enden müssen, wird aber offenbar immer mehr Menschen bewusst. So ist die Fallrate der Krankenhausbehandlungen im Jahr 2015 gegenüber dem Mittelwert von 2007 bis 2014 in Baden-Württemberg bei den Männern um 21,9 Prozent und bei den Frauen um 10,2 Prozent gesunken. Auch in der Kurpfalz ist die Zahl derer, die wegen Alkoholexzessen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, ebenfalls rückläufig. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von 43 Prozent die größte Krankenkasse des Landes ist.

 

 

 

In Mannheim, Heidelberg, dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Neckar-Odenwald-Kreis mussten im vergangenen Jahr 108 Frauen und 297 Männer wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden. Vergleicht man diese Zahlen mit denen der vergangenen Jahre, so zeigt sich, dass sie rückläufig sind. Im Jahr 2014 waren es noch 129 Frauen und 351 Männer, 2013: 145 Frauen und 360 Männer. Erfreulich ist, dass bei der lange Zeit besonders gefährdeten Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist. Während auf dem Höhepunkt der Welle des Komatrinkens bei dieser Altersgruppe in 2011 landesweit noch 1366 Krankenhausbehandlungen zu verzeichnen waren, fiel hier die Zahl seither kontinuierlich (2015: 942). Auch im Neckar-Odenwald-Kreis hatte das Komatrinken von Jugendlichen im Jahr 2011 seinen negativen Höhepunkt.

 

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Dass die Zahlen seit mehr als vier Jahren rückläufig sind, zeigt dass die Präventionsmaßnahmen der Suchtberatungsstellen greifen. Jugendliche trinken seltener Alkohol und das Einstiegsalter verschiebt sich nach hinten.“

 

Trotz dieser positiven Signale gibt die AOK keine Entwarnung: Gerade an den Schulen bleibt die Prävention wichtig, schließlich stellt Alkoholmissbrauch nach wie vor eines der gravierendsten Gesundheitsprobleme unserer Gesellschaft dar. Das Komasaufen schadet zudem nicht nur der Gesundheit, sondern kostet die Gesellschaft auch eine Menge Geld. Die Behandlungskosten dafür beliefen sich für die AOK Baden-Württemberg landesweit im Jahr 2015 auf mehr als 5,8 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind dabei die volkswirtschaftlichen Kosten, die aufgrund der langfristigen Folgen des Alkoholkonsums entstehen. Diese belaufen sich nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung auf über 26 Milliarden Euro.

 

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