Komatrinken_ Niedrigster Wert seit Jahren

Komatrinken kommt aus der Mode. Diese Hoffnung macht eine Statistik, die die AOK Südlicher Oberrhein nun vorstellte.

Datum: 04.05.2017 / Kategorie: Sonstiges

Offenburg

Wenn die Temperaturen steigen steigt auch das Angebot an Bierhocks, Vatertagsausflügen und anderen geselligen Betriebsamkeiten. Nicht immer enden diese Vergnügen allerdings wie geplant. In den Monaten April, Mai und Juli kam es im vergangenen Jahr zu den meisten alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen. Mehr Einweisungen gab es nur an den närrischen Tagen.

 

Im Ortenaukreis zählte die AOK im vergangenen Jahr 175 Personen aller Altersgruppen, die stationär wegen akuter Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus aufgenommen wurden. „Das ist der mit Abstand niedrigste Wert seit Jahren“, erklärt Tobias Rauber, Leiter der AOK in Offenburg. Damit folgt die Ortenau einem landesweiten Trend. Ein Blick in die Statistik verrät: Der Mittelwert von 2008 bis 2015 lag bei 255 Einweisungen. Insgesamt mussten sich 2016 49 Frauen und 126 Männer stationär behandeln lassen.

 

Die Statistik zeigt auch, dass die Altersgruppe der 15 bis 19-Jährigen besonders stark beteiligt ist. Danach nimmt die Zahl der Einweisungen deutlich ab. „Offensichtlich werden die meisten Menschen mit zunehmendem Alter vernünftiger und können mit dem Thema Alkohol verantwortungsvoller umgehen“, vermutet Rauber. „Oder Komatrinken ist einfach aus der Mode gekommen“.

 

Im letzten Jahr hat die AOK knapp sechs Millionen Euro für die alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen ausgegeben, davon fast elf Prozent für die 15 bis 19-Jährigen.

 

Im Vergleich mit den benachbarten Landkreisen steht die Ortenau gut da. Bezieht man bei der Auswertung der Statistik die Einwohnerzahl mit ein, so liegt der Stadtkreis Freiburg mit 410 Krankenhausfällen deutlich von dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (309), dem Landkreis Emmendingen (290) und dem Ortenaukreis mit 237 Einweisungen (jeweils pro 100.000 Versicherte).

 

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung sieht die AOK keinen Grund zur Entwarung. Nach wie vor sei der Umgang mit Alkohol ein großes gesellschaftliches Problem. „Wir sehen zwar, dass die Prävention greift, dürfen aber bei unseren Präventionsbemühungen nicht nachlassen“, betont Rauber. „Nur so können wir dazu beitragen, dass Jugendliche eine gesunde Einstellung zu Alkohol erfahren. Studien zeigen, dass Eltern eine entscheidende Rolle dabei spielen. Gerade Kinder abhängiger Eltern sind besonders gefährdet. Ihr Risiko, selbst und meist sehr früh abhängig zu werden, sei deutlich erhöht.

 

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