Kontinuierlicher Anstieg bei Schlafstörungen

Chronische Schlafstörungen verringern bei den Betroffenen nicht nur die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit deutlich, sie erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen und die Unfallgefahr. Deshalb ist es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Von 2012 bis 2016 hat sich die Zahl dieser Erkrankungen bei den AOK-Versicherten fortlaufend erhöht: Im Land um 4,8 Prozent jährlich und im Landkreis Schwäbisch Hall um 2,8 Prozent pro Jahr.

Datum: 22.06.2018 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Schwäbisch Hall

Im Jahr 2012 wurden in Baden-Württemberg noch 149.639 AOK-Versicherte wegen Schlafstörungen behandelt, 2013 waren es 158.900, 169.639 in 2014, 176.687 in 2015 und 187.279 in 2016. Ähnlich entwickelten sich die Behandlungszahlen der AOK-Versicherten im Landkreis Hall: 2.920 in 2012, 3.085 in 2013, 3.050 in 2014, 3.108 in 2015 und 3.368 in 2016.

 

„Wer in mehr als drei Nächten pro Woche schlecht schläft, sich tagsüber müde und abgeschlagen fühlt, hat möglicherweise eine chronische Schlafstörung. Wir Mediziner sprechen von einer Insomnie“, so AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein. Betroffene sollten abklären lassen, ob es eine medizinische Ursache dafür gibt und welche Behandlungsmöglichkeiten denkbar sind. Die Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter an. In der Gruppe der über 75-Jährigen liegt der Anteil bei über 10 Prozent.

 

Dr. Sabine Knapstein: „Eine ärztliche Beratung kann helfen, die Gründe für Schlafstörungen herauszufinden. Ursachen dafür können zum Beispiel Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Schilddüsenerkrankungen oder auch psychische Krankheiten sein. Eine gezielte Behandlung der Grunderkrankung verringert häufig die Schlafstörungen“.

 

Tipps der Ärztin: Gewohnheiten beeinflussen den Schlaf. Feste Zeitpläne unterstützen den Schlaf-Wach-Rhythmus. So sollte man immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen. Computer, Tablet und Smartphone haben im Bett nichts zu suchen. Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt positiv auf die Schlafqualität. Auf koffeinhaltige Getränke sollte man vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen verzichten. Gleichzeitig gilt Alkohol als eine der häufigsten Ursachen von Schlafstörungen – wer weniger trinkt schläft also besser und erholter.

 

„Verschreibungspflichtige Schlafmittel dürfen nur für eine begrenzte Zeit eingenommen werden, weil sie Nebenwirkungen haben und schnell abhängig machen“, verdeutlicht Dr. Sabine Knapstein. Die Ärztin rät das Erlernen von Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, die langfristig erfolgversprechend seien. Entspannungskurse der AOK-Heilbronn-Franken unterstützen die Betroffenen. Alle Angebote sind unter www.aok.de, Rubrik „Gesundes Leben“ zu finden.

 

 

 

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